„Tatort Düren“ der Skunk-AG: Flott, spritzig und sehr aktuell

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
4863450.jpg
Die „Skunks“ sorgten mit einer flotten Show auf Schloss Burgau für viel gute Laune. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Eins ist mal klar: Im Regionalverband Dürener Karneval wollen die Skunks auf keinen Fall Mitglied sein. Und deswegen haben Dürens alternative Karnevalisten sich für die erste von insgesamt zehn Karnevalsrevuen eine Flasche Sprühsahne besorgt. Sozusagen aus Solidarität mit den „Fidele Jonge“ aus Nörvenich.

Zum Äußersten ist es dann am Donnerstag Abend im ausverkauften Rittersaal von Schloss Burgau aber doch nicht gekommen. Aus einem ganz einfachen Grund: Die Skunks sind ja gar nicht Mitglied im Regionalverband...

Aber trotzdem sehr lustig. „Tatort Düren“ heißt die zwölfte Skunks-Show, und hatte der Abend auch etwas schleppend begonnen, kamen Ute Albert, Anika Andreu-Kruth, Reiner Brücker, Nicole Grasmeier, Jesko Kaluzny, Michael Krohm, Thomas Lüttgens, Kai Meister, Heijo Moelders, Verena Schloemer, Heike Schulz, Robert Schumacher, Brigitte Sehle, Dirk Steiger, Frank Verhamme und Markus Voth immer mehr in Fahrt. Bei den Skunks ist nämlich der Teufel los. Die muntere Truppe hatte ihre Ersparnisse in ein Kunstwerk, den goldenen Skunk investiert, und der war plötzlich weg! Ein Skandal! Und eine gute Vorlage, sich ironisch mit alldem auseinanderzusetzen, was in Düren im vergangenen Jahr so passiert ist. Und das war bekanntermaßen jede Menge.

Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann wird genauso aufs Korn genommen (schließlich wird Popcorn plötzlich zu Kunst...) wie Paula Schütz, die den Niederauer Klimagipfel mit Angela Merkel (großartig gespielt von Anika Andreu-Kruth) aufmischt. Das neue Adenauer-Denkmal im Adenauer-Park bekommt sein Fett weg („Was man in Düren Kunst nennt, ist halt platt“), genau wie der Dürener Karneval und überhaupt die ganze Stadt („Dürener Karneval, Party überall. Und sternhagelvoll find‘ ich Düren toll.“).

Klar, dass die nicht mehr vorhandene schwarz-gelbe Mehrheit im Dürener Stadtrat genauso eine Rolle spielt wie die Anklageerhebung gegen Landrat Wolfgang Spelthahn („Das ist doch der, der so tolle Renten aushandeln kann.“) und das am Rursee geplante Pumpspeicherkraftwerk. Aber auch überregionale Themen, wie Organspende, der Fall einer vergewaltigten Frau an einem katholischen Klinik in Köln („Ein Alkoholabhängiger bekommt in unserem Land eher eine neue Leber als eine Vergewaltigte die Pille danach in einem katholischen Krankenhaus.“)

Der Abend mit den Skunks war flott, spritzig und total aktuell – das allein verdient ein großes Kompliment. Genau wie die Tatsache, dass die Skunks den Finger in die (Dürener) Wunde legen – mittenrein und ziemlich treffsicher genau dahin, wo es am meisten wehtut. Das Publikum war jedenfalls total begeistert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert