DÜREN - Tatort Bahnhof: Tabak-Großpackungen nicht bezahlt

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Tatort Bahnhof: Tabak-Großpackungen nicht bezahlt

Von: hp
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Polizei mit Blaulicht Symbolfoto: Carsten Rehder/Symbol
Schöffengericht verurteilt 48-Jährigen zu 22 Monaten Haft wegen gewerbsmäßigem und räuberischem Diebstahl, sowie Körperverletzung. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

DÜREN. Weniger als „guter Kunde“, sondern vielmehr als „unerwünschter Besucher“ muss ein 48-jähriger Kerpener in einem Kiosk auf dem Dürener Bahnhof dem Personal bekannt gewesen sein. Denn mehrere Verkäuferinnen schilderten ihn als jemanden, der mehrfach das Ladenlokal aufgesucht hatte, sich reichlich bediente und anschließend das Bezahlen „vergaß“.

Vier derartige Besuche zwischen dem 5. Dezember 2017 und dem 21. Januar 2018 brachten den 48-Jährigen zunächst in Untersuchungshaft und jetzt vors Dürener Schöffengericht. Bei seiner Beute handelte es sich stets um Großpackungen Tabak.

Offenbar zweimal war er rechtzeitig beobachtet und des Geschäfts verwiesen worden. Das hielt ihn aber nicht davon ab, wiederzukommen und es erneut zu versuchen. Grund für sein hartnäckiges Verhalten war, wie im Prozess schnell deutlich wurde, seine langjährige Drogenabhängigkeit und der zu den Tatzeiten vorhandene Entzugsdruck. Dreimal nahm er Tabak im Wert von jeweils knapp 100 Euro mit, den er nach eigenen Angaben verkaufen wollte, um sich dafür mit Heroin einzudecken. Die Juristen werteten diese Taten als gewerbsmäßigen Diebstahl.

Ein vierter Fall wurde sogar als räuberischer Diebstahl eingestuft, weil der von einer Verkäuferin Ertappte die Ladenmitarbeiterin beiseite schubste oder stieß, um sein Diebesgut zu verteidigen. Die 58-jährige Verkäuferin aus Hürtgenwald zog sich bei dieser Rangelei eine Verletzung am Daumen zu und war in der Folge acht Wochen lang arbeitsunfähig. Die Tat hatte übrigens ein 23 Jahre alter Zeuge aus Kreuzau beobachtet, der sich in dem Bahnhofskiosk ein Bahnticket kaufen wollte. Er überwältigte den Dieb und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den weitgehend geständigen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Es berücksichtige zugleich den damaligen Suchtdruck des 48-Jährigen. Für den Fall, dass der Mann während seiner Haft einen Therapie-Platz bekommen sollte, gab das Gericht sein Einverständnis, um für diesen medizinischen Weg die Haftstrafe zu unterbrechen.

 

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