Düren - Tagebauleiter: Der Bergbau ist ein Mannschaftsspiel

Tagebauleiter: Der Bergbau ist ein Mannschaftsspiel

Von: Burkhard Giesen
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Körber
Sieht eine langfristige Perspektive für die Braunkohle: Tagebauleiter Thomas Körber. Foto: RWE

Düren. Vor 16 Jahren, Thomas Körber war damals 26, hat er als junger Ingenieur beim Tagebau Hambach angefangen. Vier Jahre hat er dort gearbeitet, es folgten weitere Stationen wie der Tagebau Garzweiler, die RWE-Hauptverwaltung in Köln und die Leitung eines Tagebaus in Ungarn bei einer RWE-Tochter.

Mit 42 Jahren kehrt er nun zurück an seine erste Wirkungsstätte: Seit dem 1. August ist Körber Tagebauleiter in Hambach – der Jüngste bisher.

1400 Beschäftigte arbeiten im Tagebau, 500 bis 700 weitere Beschäftigte kommen von Partnerfirmen. Geht es dem Tagebau als größtem Arbeitgeber der Region gut, geht es auch der Region gut. Aber wie leitet man einen Tagebau? „Nach 16 Jahren hat man da schon einen ganz guten Werkzeugkoffer an der Hand“, sagt Thomas Körber. In dem Werkzeugkoffer stecken Managementfähigkeiten, jede Menge Fachwissen, aber auch Teamfähigkeit. „Bergbau ist ein Mannschaftsspiel“, weiß Körber, ein Job, in dem sich jeder auf den anderen verlassen können müsse.

Natürlich stecken in dem Werkzeugkasten aber auch ganz viele Herausforderungen. Zum Beispiel die, in Krisenzeiten dem Kostendruck stand zu halten und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes weiter zu gewährleisten. Zwar ist die Zukunft des Tagebaus bis 2045 gesichert, dennoch muss sich der Energieträger Braunkohle in der veränderten Energiepolitik neu behaupten.

„Natürlich steht die Braunkohle unter Druck“, bekennt Körber, sieht aber gleichzeitig eine langfristige Perspektive: „Wir stehen nicht in Konkurrenz zu erneuerbaren Energien sondern verstehen uns als Partner.“ Körber, der privat gerne Sport macht, bleibt bei der Metapher vom Mannschaftssport: „Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energie ist die Braunkohle der Dauerläufer.“

Weil sie schlicht immer zur Verfügung steht. „Wenn Wind und Sonne nicht zur Verfügung stehen und wir gleichzeitig aus der Kernenergie aussteigen wollen, bleiben nur Braunkohle, Gas und Steinkohle.“ Das sichert den Standort und damit auch die Arbeitsplätze. „Natürlich arbeiten wir immer an einer Optimierung des Tagebaus“, sagt Körber, aber an der Zahl der Arbeitsplätze wird sich auch in naher Zukunft nichts wesentlich ändern. Allein schon deshalb, weil ein Betrieb dieser Dimension bei den aktuellen Anforderungen nicht mit wesentlich weniger Personal betrieben werden kann.

Im Werkzeugkoffer von Thomas Körber stecken aber auch noch ein paar Visitenkarten, die er gerne vorzeigt. „Die Rekultivierung ist unsere Visitenkarte“, sagt er zum Beispiel mit der Erfahrung eines Tagebauleiters, der in Ungarn tätig war und der Einblicke in Brasilien und der Türkei gesammelt hat. „Was die Technik und die Rekultivierung anbelangt, sind wir mit unserem Standard weltweit führend“, sagt er bestimmt, und dehnt dies auf die Visitenkarte „Immissionsschutz“ aus: Rund zehn Millionen Euro hat RWE Power investiert, um die Feinstaubbelastung am Tagebau Hambach deutlich abzusenken. Maßnahmen, die greifen.

Dass zum Job eines Tagebauleiters weit mehr als Fachwissen und Führungsqualitäten gehören, auch diese Erfahrung hat Körber in den zweieinhalb Monaten seit Dienstantritt schon gemacht – im doppelten Sinne. Kurz vor dem Gespräch gab es die Meldung, dass eine Aktivistin im besetzten Waldstück vom Baum gestürzt ist und sich schwer verletzt hat. Koerber hat das spürbar mitgenommen, auch wenn er die Versuche, mit den Aktivisten ins Gespräch zu kommen, eher als „schwierig“ umschreibt. Und: Er ist natürlich eine Person des öffentlichen Lebens. Der gebürtige Preuße, der mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Merzenich gezogen ist, weiß, dass er auch Repräsentationsaufgaben zu absolvieren hat. Zum Beispiel im Karneval. „Die Angebote stapeln sich bei mir“, gesteht er. Mal sehen, was ein Preuße ab dem 11.11. karnevalstechnisch noch aus dem Werkzeugkoffer zaubert...

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