Tagebau-See: Stadt lässt Klage offen

Von: Ingo Latotzki
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Noch geht die Sonne über dem
Noch geht die Sonne über dem Tagebauloch Inden unter. In Jahrzehnten könnte sie über dem größten See in Nordrhein-Westfalen am Ende des Tages ins Wasser tauchen. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Das Dürener Rathaus hält sich eine weitere Klage gegen den so genannten Restsee Inden weiter offen. Das ist Ergebnis einer Rechtsberatung, die der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend - nicht-öffentlich - in Anspruch nahm.

Danach wurde eine Klage als nicht chancenlos eingestuft. Im Herbst war das Rathaus freilich vor dem Verwaltungsgericht mit seiner Klage gegen die beschlossene Verrfüllung des Tagebaulochs Inden mit Wasser in Münster gescheitert. Düren ist gegen die Wasser-Lösung, weil nachfolgende Generationen zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten hätten. Der see soll mehr als 1000 Hektar groß werden - und damit etwa Ausmaße wie der bayerische Chiemsee haben.

Debattiert wurde im Ausschuss auch wieder die Frage, ob die Stadt Düren in die Indeland GmbH eintreten soll, eine aus sieben Kommunen bestehende Institution, die sich hauptsächlich um die Entwicklung des Tagebaugebietes kümmert. Bislang hat sich das Rathaus gegen einen Beitritt gewehrt, wei befürchtet wird, unter den anderen Kommunen nicht gengend Einfluss geltend machen zu können.

Nachdem ein Experte des Bergbaubetreibers RWE im Rathaus den nun fertig gestellten Rahmenplan Indesee vorgestellt hatte und deutlich wurde, wie das See-Gelände nach Befüllung mit Wasser in fünf Jahrzehnten aussehen könnte, forderten SPD und GRüne erneut den Beitritt zur Indeland Entwicklungsgesellschaft. Sozialdemokrat Peter Koschorreck bezeichnete die GmbH als Hauptakteur, weil künftige Zuschüsse des Landes nur an sie vergeben würde. „Düren ist außen vor und nur Ersatzspieler, wenn es weiter draußen bleibt.”

Ähnlich äußerte sich Grünen-Sprecher Bruno Voss, der zudem anmahnte, dass es für das Tagebaugelände zwar Überlegungen gebe, wie es aussehen könnte, wenn das Loch mit Wasser gefüllt ist, bsiher aber völlig unklar sei, wie es in der Zwischenzeit aussehe. Mit Wasser gefüllt soll der See bis 2060 sein. Das Ende des Kohlebaus an sich ist für 2030 vorgesehen. Dass es bislang keine konkrete Zwischennutzung gebe, beklagte Karl-Albert Eßer. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sagte, RWE habe als Berbbaubetreiber eine „Verpflichtung gegenüber Merken”.

Der Dürener Stadtteil wird nur wenige Hundert Meter vom see entfernt sein und sei damit unmittebar betroffen. Der Stadteil leide seit Jahrzehnten unter dem Tagebau und müsste vom Energiereisen entsprechend (finanziell) unterstützt werden.

Der Ausschuss-Vorsitzende Stefan Weschke (CDU) sprach in diesem Zusammenhang von einem Geben und Nehmen.
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