Inden/Altdorf - Tagebau-Lärm erhitzt Indener Gemüter

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Tagebau-Lärm erhitzt Indener Gemüter

Von: hfs
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Inden/Altdorf. RWE Power als Betreiber des Indener Tagebaus ist bemüht, die Lärmbelästigung für die Bürger von Inden/Altdorf zu minimieren.

Das sagte jedenfalls Tagebaudirektor Arthur Oster zu, als im Ausschuss für Gemeindeplanung und -entwicklung die sich häufenden Beschwerden über den nächtlichen Lärm aus dem Tagebau Inden teils hitzig diskutiert wurde.

„Wir müssen den richtigen Ton finden.” Als Arthur Oster zum weiteren Dialog mit den Beschwerdeführern und den Ratsvertretern aufrief, war seine Aussage nicht nur auf die Warnhupen im Tagebau bezogen. Sie bezog sich auch auf die zuvor teils heftigst geführte Debatte, die insbesondere von SPD-Ratsvertreter Josef-Johann Schmitz ausging. „Wenn der Bürger massiv in der Nachtruhe gestört wird, sollte er sich mit dem Bergamt und mit RWE in Verbindung setzen. Die Gesundheit ist für uns wichtiger als Einsparmaßnahmen des Unternehmens. Wir leben noch 25 Jahre mit dem Tagebau, die Lärmbelastung muss heruntergefahren werden. Es ist vollkommen egal, was dies an Geld kostet.” Schmitz machte sich mächtig Luft und will nicht hinnehmen, dass der Gesetzgeber die gesetzlichen Grenzwerte für einen Tagebaubetrieb anders bewertet als in der „normalen” Immissionschutzverordnung. „49 Dezibel zur Nachtzeit sind für mich ein Unding”, meinte Schmitz und fragte den anwesenden Vertreter des Bergamtes Düren, „warum man einen so hohen Wert zulässt”.

„Tagebauanlagen werden anders gehandhabt, sind nicht genehmigungsbedürftig. Sie müssen nur nach neuesten technischen Gesichtspunkten betrieben werden. Der Gesetzgeber macht da hinsichtlich Immissionswerte Ausnahmen”, unterstrich Oberbergrat Andr Küster. Er legte dar, dass die Werte, die RWE ermittelt habe, mit denen vom Bergamt identisch seien. Der Betreiber hatte vom 3. März bis 3. April Messungen vorgenommen. „Wir liegen danach im rechtlichen Rahmen, müssen aber noch ein paar Hausaufgaben erledigen”, unterrichtete Hans-Werner Bartsch (Technische Überwachung RWE Power) den Ausschuss. Dabei räumte er auch Ausreißer ein, die teilweise die Grenze von 60 Dezibel überschritten. „Aber die können auch von anderen Geräuschquellen stammen”, bemühte Bartsch den Vergleich mit „vorbeifahrenden Autos, Mopeds oder Flugzeugen”. Generell stellte er fest, dass der maßgebliche Hintergrundpegel, der vom Tagebau kommt, innerhalb der Vorschriften liege. Das betonte auch Arthur Oster, der sich von Schmitz den Vorwurf gefallen lassen musste, die Lärmquellen nicht beseitigen zu wollen. „Es geht hier absolut nicht ums Geld”, erklärte Oster.

RWE Power sei seit den auftretenden Beschwerden bemüht, „die Lärmquellen zu reduzieren und Abhilfe zu schaffen”. Mit der Erstellung des neuen Bandsammelpunktes - Oster: „Jetzt merken die Bürger, dass der Tagebau bei ihnen angekommen ist” - wurden auch einige technische Neuerungen entlang der Bandstraßen eingeführt. Dazu zählen rund 500 Warnhupen, die einen schrillen, störenden Warnton abgeben, wenn die Bandstraßen angefahren werden. „Sie dienen zur Sicherheit unser Mitarbeiter und sind lebensrettend”, so Oster, der einräumte, dass man bereits rund die Hälfte abgestellt habe.

„Die alten Hupen sind nicht mehr lieferbar, wir suchen jetzt nach dem richtigen Ton.” Auf die konkrete Frage von Johann-Josef Schmitz, „wann denn die Lärmquellen beseitigt sind”, antwortete Oster: „Wir bemühen uns, wir versuchen es bis Ende des Jahres.”
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