Tänzer aus dem RvD lösen Tickets für die Deutsche Meisterschaft

Von: Julian Loevenich
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Am Wochenende stellten sich rund 2000 Tänzer bei den Norddeutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in der Arena den kritischen Blicken der Juroren. Foto: Julian Loevenich

Düren. Aufgereiht stehen die jungen Mädchen in der Reihe, immer zu zweit nebeneinander. 15 sind es an der Zahl, allesamt in rot und weiß gefärbte Kostüme gehüllt, die Haare zu Zöpfen geflochten, der Kopf hält einen mit weißen Federn geschmückten Hut.

Dann marschieren die ersten beiden los und die anderen tun es ihnen gleich, im Gleichschritt geht es auf die riesige Bühne. Dann erklingen die ersten Takte von Mendelssohns Hochzeitsmarsch, nach wenigen Sekunden schon wird der klassische Beginn abgelöst von einem peitschenden Schlagzeugrhythmus. Synchron drehen sich die Tänzerinnen durch die Luft und springen grazil umher.

Dieses Bild bot sich am Wochenende in der Arena vielfach. Zum zweiten Mal fanden dort die Norddeutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport statt. Rund 2000 Tänzerinnen und Tänzer aus zehn Bundesländern – und auch aus bisher weniger bekannten Karnevalshochburgen wie Lübeck – reisten nach Düren, um an dem Qualifikationsturnier für die Deutsche Meisterschaft in Erfurt teilzunehmen. In vier Disziplinen von Mariechen bis Schautanz kämpften die Kinder und Jugendlichen in drei Altersklassen um den Einzug ins Finale, doch lediglich die jeweils ersten sechs qualifizierten sich für die Deutsche Meisterschaft. Veranstalter des Turnieres ist der „Bund Deutscher Karneval“ (BDK), Ausrichter der Regionalverband Düren (RvD). „Wir haben 2009 den Antrag gestellt, um das Turnier noch einmal auszurichten“, erklärt Axel Steiger vom RvD. Die Zusage kam noch im gleichen Jahr und die Planung begann. Ein 20-köpfiger Vorbereitungsausschuss zog im Hintergrund die Fäden für das Turnier – nach den Anforderungen des BDK.

Die Bühne misst die exakt festgeschriebenen zehn mal zwölf Meter, der Tanzboden entspricht den Anforderungen, nicht zu hart und nicht zu weich, die Jury-Tische halten den vorgeschriebenen Mindestabstand zur ersten Zuschauerreihe ein. „Die Halle wurde einen Tag vor dem Turnier noch einmal abgenommen“, erklärt Heribert Kaptain, Präsident des RvD. Da der Andrang an aktiven Sportlern so hoch sei, erklärt Steiger, hätten die Umkleiden der Arena nicht mehr genügt.

Stattdessen wird das Gangsystem unterhalb der Tribünen belagert. Dort dehnen sich die Tänzer an der Wand oder in dem speziell hergerichteten Aufwärmraum, bevor sie vor die siebenköpfige Jury treten – und die an beiden Tagen rund 1700 Zuschauer.

Bei solchen Menschenmengen muss seitens der Organisation jeder Handgriff sitzen. „Dafür haben wir 40 Helfer aus den Vereinen, die uns unterstützen“, erklärt Kaptain. In etlichen Schichten weisen sie unter der Turnierleitung von Wino Ulhas die Neuankömmlinge ein, klären Fragen, lösen Probleme. Die unterstützenden Kräfte sind allesamt Ehrenamtler, das entlaste die Kassen ungemein bei ohnehin schon fünfstelligen Kosten für die Veranstaltung, gesteht Kaptain. Die sollen, so rechnet es sich der RvD aus, durch Start-, Eintritts-, und Sponsorengelder gedeckt werden. Doch neben einem Plus wünscht sich Kaptain auch, „dass die Leute hier zufrieden sind“.

Dafür fährt man in Düren funkelnde Geschütze auf. Einer kleinen Eröffnungsfeier gleich wird direkt zu Beginn auf die übergroßen Leinwände ein Video eingespielt, mit Musik unterlegt sind da die Geschichte des Tanzsports in Düren und seine Bedeutung für heute zu sehen. Jeder Tanz wird live auf Leinwände und Fernsehgeräte in der Arena übertragen, wenige Sekunden nach der Punktevergabe erscheint die aktuelle Platzierung auf den Bildschirmen, ein Catering-Service bietet allerlei Verpflegung. Es ist eine gewaltige Maschinerie, deren Zahnräder im Hintergrund ineinandergreifen müssen.

Die Ergebnisse des ersten Wettkampftags: Jugendmariechen: Madeleine Weyermann („Wendene Seempött“) 423 Punkte, 6. Platz; Juniorentanzpaar: Sarah Danowski und Nico Bonn („Wendene Seempött“) 446 Punkte, 1. Platz, Maren Jörres und Tim Thomas („Frohsinn Oberzier“) 414 Punkte, 4. Platz, Victoria Roth und Benjamin Michels („Löstige Ost-Dürener“) 403 Punkte, 6. Platz. Juniorentanzgarde: „Löstige Ost-Dürener“ 399 Punkte, 12. Platz (nicht qualifiziert). Juniorenmariechen: Nele Kuckertz („Löstige Ost-Dürener“) 436 Punkte, 7. Platz (nicht qualifiziert). Einen Bericht über den Sonntag lesen Sie in der Dienstagsausgabe unserer Zeitung.

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