SWD Powervolleys: Interview mit Marvin Prolingheuer über Europapokal

SWD Powervolleys: Marvin Prolingheuer spricht im Interview mit über den Europapokal

Von: sis
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Das hat Spaß gemacht! Die Powervolleys gewinnen ihr erstes Spiel im CEV-Pokal gegen Groningen deutlich mit 3:0. Klar, dass der Jubel bei Dirk Westphal, Romans Sauss, Michael Andrei, Blair Bann, Marvin Prolingheuer und Stijn D’Hulst (von links) riesig ist. Foto: jan

Düren. Das war deutlich: 3:0 haben die SWD Powervolleys ihr erstes CEV-Pokal-Spiel für diese Saison gegen den niederländischen Meister aus Groningen gewonnen. Viel Lob – auch von Groningens Trainer Arjan Taaij – gab es nach dem Spiel für Marvin Prolingheuer.

Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sandra Kinkel erzählt der 27-jährige Diagonalangreifer, wie er das Spiel erlebt hat und warum er schon früh die Weichen für die Zeit nach dem Profisport gestellt hat.

Mit welchem Gefühl sind Sie am Donnerstagmorgen aufgewacht?

Marvin Prolingheuer: Mit einem ganz normalen Gefühl. Ich musste um acht Uhr bei der Arbeit sein und hatte das Spiel relativ schnell verdaut.

Wie haben Sie die Partie erlebt?

Prolingheuer: Der erste Satz war ziemlich umkämpft, danach hatte ich den Eindruck, dass wir die Partie gut im Griff haben. Wir haben Gas gegeben, die Sätze zwei und drei deutlich gewonnen. Damit haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale getan.

So erfolgreich wie am Mittwoch ist Düren noch nie in den CEV-Pokal gestartet. Was hat aus Ihrer Sicht besonders gut funktioniert?

Prolingheuer: Wir haben intelligent gespielt und hatten eine wirklich geringe Fehlerquote. Das war gut.

Von der Tribüne sah es so aus, dass die Mannschaft sehr konzentriert ist, gleichzeitig aber auch locker und mit unglaublich viel Spaß bei der Sache.

Prolingheuer: Ja, genau so war es auch. Wir haben am Donnerstag gezeigt, dass es ein sehr großes Vergnügen sein kann, auf europäischer Ebene zu spielen. Natürlich muss man sagen, dass wir in der ersten Runde auf einen relativ leichten Gegner getroffen sind. Sollten wir es ins Achtelfinale schaffen und dann voraussichtlich auf Ankara treffen, ist das schon eine ganz andere Herausforderung.

Sind Spiele auf europäischer Ebene etwas Besonderes?

Prolingheuer: Ja, irgendwie schon. Die Atmosphäre ist eine andere. Ich konnte die Mannschaft aus Groningen beispielsweise nur sehr schwer einschätzen. Natürlich wusste ich, dass sie niederländischer Meister sind, aber das Niveau dieser Liga war mir kaum bekannt.

Sie selbst scheinen sich auch verändert zu haben. Sie sind zum ersten Mal Stammspieler, wirken irgendwie positiver, noch motivierter. Ist das so?

Prolingheuer: Nein, es ist alles so wie immer. Für mich jedenfalls. Ich freue mich aber sehr, dass ich das Vertrauen unseres Trainers Stefan Falter bekommen habe. Das ist ein schönes Gefühl.

Sie waren im Sommer in Süd-Korea bei einem Volleyball-Camp. Hat Sie das sehr geprägt?

Prolingheuer: Das fällt eher in die Kategorie „großes Abenteuer“. Ich war nur eine Woche dort.

Was genau haben Sie da gemacht?

Prolingheuer: 30 Volleyballer aus der ganzen Welt haben sich dort präsentiert, um vielleicht einen Vertrag auf internationaler Ebene zu bekommen.

Was sind denn Ihre persönlichen Ziele? Ist die Nationalmannschaft beispielsweise noch einmal ein Thema für Sie?

Prolingheuer: Ich hatte im Sommer eine Einladung zur Nationalmannschaft, die ich aber berufsbedingt abgesagen musste.

Warum?

Prolingheuer: Unser Sport hat leider in Deutschland keinen so hohen Stellenwert. Früher gab es für Nationalspieler Sporthilfe, die ist jetzt gestrichen worden. Während der Zeit bei der Nationalmannschaft hätte ich also kein Geld verdient. Das wollte ich nicht.

Sie sind der Einzige in Ihrer Mannschaft, der neben dem Sport arbeitet. Warum machen Sie das?

Prolingheuer: Zum einen, weil ich es wichtig finde, neben dem Sport auch mein Gehirnschmalz in Bewegung zu bringen, ganz klar. Man kann in Deutschland im Volleyball nicht so viel verdienen, um sich nach der Karriere auf die faule Haut zu legen. Und ich glaube, es ist auch nicht gut, mit 35 Jahren auf die Frage, was man vorzuweisen hat, das Abitur zu nennen. Deswegen habe ich mir schon sehr früh Gedanken über mein Leben nach dem Volleyball gemacht. Das war auch ein Grund, warum ich vor drei Jahren nach Düren gekommen bin. Ich hatte damals auch sehr lukrative, internationale Angebote. Mir war es aber wichtiger, eine Ausbildung machen zu können. Und diese Möglichkeit habe ich in Düren zum Glück bekommen.

Sie sind Fachinformatiker. Wie schwer ist es, Profisport und Beruf unter einen Hut zu bringen?

Prolingheuer: Bei meinem Arbeitgeber klappt das sehr gut. Ich werde an Spieltagen freigestellt, es gibt die Vereinbarung, dass ich während der Saison 20 Stunden in der Woche arbeite.

Zusätzlich zum täglichen Training.

Prolingheuer: Ja, natürlich. Das geht nur mit einer großen Portion Disziplin.

Am Sonntag ist Tabellenschlusslicht Solingen der nächste Gegner in der Bundesliga. Düren gilt als haushoher Favorit. Wie bewerten Sie die Partie?

Prolingheuer: Die Bundesliga ist in dieser Saison sehr ausgewogen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, ordentlich trainieren. Wir werden Solingen – wie all‘ unseren Gegnern – mit dem nötigen Respekt begegnen. Ich denke, dann können wir dieses Spiel gewinnen.

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