Düren - Swap-Geschäft: 750.000 Euro Minus in Düren

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Swap-Geschäft: 750.000 Euro Minus in Düren

Von: Burkhard Giesen
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Verbranntes Geld: Einen Verlust von 750.000 Euro hat die Stadt Düren mit einem so genannten Swap-Geschäft bisher eingefahren. Ende offen. Foto: imago

Düren. Das Minus, das die Stadt Düren mit einem so genannten Swap-Geschäft einfährt, wird immer größer. Lag der Schaden im Februar 2009 noch bei 325.000 Euro, sind es bis Ende 2011 bereits 750.000 Euro. Die Stadt Hückeswagen konnte vorletzte Woche einen Erfolg vermelden: Dort hatte man die ehemals große Westdeutsche Landesbank verklagt. Hückeswagen war – wie viele andere Kommunen auch – in ein hochriskantes Finanzgeschäft eingestiegen und hatte dabei Millionenverluste erlitten.

Weil das Gericht bei den so genannten Swap-Geschäften eine Fehlberatung der Bank erkannt hat, bekommt die Stadt Hückeswagen das Geld zurück. Die Hoffnung auf Entschädigung hat man in Düren längst aufgegeben.

Auch die Stadt Düren hatte sich an den Zinswetten beteiligt, allerdings in anderer Form: 2001 hat Düren einen Kredit in Höhe von 4,8 Millionen Euro aufgenommen. Damaliger Zinssatz: 7,6 Prozent. Im Jahr 2004 sollte dieser Kredit mit einem variablen Zinssatz versehen werden. Statt darauf zu warten, wurde mit einer weiteren Bank ein Zinssatz von 6,6 Prozent vereinbart. Gewinn: ein Prozent. Da allerdings der Zinssatz schon kurz nach der Vereinbarung dramatisch gefallen ist, hatte die Stadt bis Februar 2009 einen Verlust von 325.000 Euro eingefahren.

Dieser Verlust ist inzwischen noch einmal deutlich angestiegen. Wie Helmut Göddertz, Sprecher der Stadtverwaltung, auf „DN“-Anfrage bestätigte, lag der Verlust im Dezember 2011 bereits bei genau 749.674,72 Euro. Das ist die aktuellste Zahl, die die Stadt Düren ermitteln konnte. Göddertz: „Ob die Schadenssumme des Swap steigt oder sich reduziert, lässt sich erst mit dem Ablauf des Zinsgeschäftes im Jahr 2015 beziffern.“

Sinken kann die Schadenssumme allerdings nur dann, wenn die derzeit extrem niedrigen Zinssätze deutlich ansteigen würden. Damit ist eher nicht zu rechnen. Wahrscheinlicher ist, dass bis zum Auslaufen des Kreditvertrages die Millionengrenze im Minusbereich noch gerissen wird. Bei 1,2 Millionen Euro Verlust könnte die Stadt im Jahr 2015 dann landen.

Haftbar gemacht für den Verlust wird niemand. Im Jahr 2011 hatte eine Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag der Stadt Schadensersatzansprüche geprüft – damals fußend auf der erfolgreichen Klage eines hessischen Unternehmers gegen eine Bank. Ergebnis der Prüfung: Eine Klage sei „mit ganz erheblichen Risiken“ behaftet. Und so votierte im Sommer 2012 der Dürener Stadtrat auch dafür, keine gerichtlichen Schritte einzuleiten.

Dass es gegen den früheren Kämmerer der Stadt, der das Geschäft eingefädelt hat, keine Ersatzansprüche gibt, erklärt Helmut Göddertz so: „Dieser hat in voller Übereinstimmung mit den entsprechenden Ratsbeschlüssen gehandelt.“ Oppositionspolitiker hatten allerdings in diesem Zusammenhang schon im Jahr 2009 moniert, sie seien damals nicht ausreichend über die Swap-Geschäfte informiert worden, fühlten sich gar getäuscht.

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