Stürmer Rainer Schönwälder im Bundesliga-Jubiläumsbuch gewürdigt

Von: sis
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Rainer Schönwälder vor der Sequenz, die sein Tor gegen den 1. FC Köln zeigt. Der Dürener spielte damals für Saarbrücken. Foto: Sistemich

Düren. Enkel Florian rief ganz aufgeregt an: „Opa, Du bist auf der DVD des Kicker zu sehen.“ Rainer Schönwälder wollte es zunächst nicht glauben. „Warum sollte ausgerechnet ich auf der Jubiläums-DVD des Fußball-Magazins zu sehen sein?“, fragte sich der Dürener kürzlich.

Doch der Enkel hatte Recht: „Ausgerechnet auch ich bin mit zwei Toren dort verewigt“, stellte Schönwälder dann selbst fest. Zum 50. Geburtstag der Fußball-Bundesliga hat der Kicker eine DVD herausgeben. Zu sehen sind auf ihr auch in Ausschnitten 25 Partien seit der Gründung der höchsten deutschen Spielklasse. Unter anderem die des 1. FC Köln gegen den 1. FC Saarbrücken. Im Müngersdorfer Stadion fand die Begegnung am 11. Januar 1964 statt. Das Schlusslicht aus dem Saarland siegte überraschend beim kommenden Deutschen Meister 3:1. Doppelter Torschütze für die Saarländer: Rainer Schönwälder.

Doch nicht nur in bewegten Bildern werden Schönwälders Tore gewürdigt: Der freie Journalist Stephan Tönnies beantwortet in seinem kürzlich erschienenen Buch „Weißt du noch?“ die Frage: „Was wurde aus den Spielern, was aus den Vereinen der Premieren-Saison?“ 1963/64 zählten nicht nur die Weltmeister von 1954, Helmut Rahn (Meidericher SV, jetzt MSV Duisburg) oder Hans Schäfer (1. FC Köln), zu den Gründungskickern. „Uwe Seeler, der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, sein Mannschaftskamerad vom Hamburger SV, Willi Schulz, oder die Kölner Wolfgang Overath und Wolfgang Weber spielten ebenfalls in der ersten Bundesliga-Saison“, zählt Rainer Schönwälder auf, „während spätere Weltmeister wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller oder Günter Netzer mit dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach noch in der Regionalliga spielten.“

Der Favorit strauchelte

Der Dürener, der eine Saison später für Alemannia Aachen 23 Spiele in der Regionalliga bestritt und 14 Tore erzielte, erinnert sich genau: „Es war kalt, es lag Schnee, und der 1. FC Köln war der haushohe Favorit.“ Doch der strauchelte gewaltig, kassierte gegen den späteren Absteiger die einzige Heimniederlage, weil der gebürtige Gelsenkirchener Schönwälder, der seine Fußballer-Laufbahn bei Schalke 04 begann, den Geißböcken innerhalb von wenigen Minuten zwei Tore einschenkte. Treffer Nummer 1 erzielte er in der 32. Minute ähnlich wie Gerd Müller die Führung im WM-Finale 1974: „Ich drehte mich und schoss den Ball mit rechts in das kurze Eck.“ Sechs Minuten später legte sich Schönwälder an der Mittellinie den Ball mit dem Kopf vor, spurtete über die linke Seite davon und überwand Fritz Ewert im Tor der Gastgeber mit links.

„Schön herausgespielt“

„Über diesen Treffer freue ich mich am meisten“, sagt Schönwälder: „Schön herausgespielt, schön verwandelt.“ Das Spiel sei „der Hammer“ gewesen, weil der krasse Außenseiter und spätere Absteiger beim erstklassigen Gegner und späteren Meister gewonnen hatte. Die Presse sah es ähnlich: „Schönwälder erschoss den 1. FC Köln“, titelte ein Magazin. Der beidfüßige Stürmer sieht es nicht so martialisch, die Begegnung hat aber Spuren hinterlassen: „Auf diese Partie werde ich auch heute noch von älteren Anhängern, selbst in ganz Deutschland, angesprochen.“

Dank DVD und Buch dürften jetzt auch jüngere Fußball-Fans mit dem Namen Schönwälder etwas anfangen können.

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