Düren - Stiftungen können keine üppigen Summen mehr verteilen

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Stiftungen können keine üppigen Summen mehr verteilen

Von: Burkhard Giesen
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Erhard Vanselow verwaltet für die Stadt das Stiftungs-Vermögen. In Zeiten niedriger Zinsen sind die Gewinne allerdings eher minimal. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Entscheidend ist, was hinten rauskommt – formulierte vor vielen Jahren mal der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl. Und das ist zunehmend bescheiden, würde Erhard Vanselow, Leiter des Amtes für Finanzen bei der Stadt Düren, vermutlich antworten.

Vanselow verwaltet die städtischen Stiftungen, die gemeinsam rund 22 Millionen Euro Wert sind. Schaut man auf das, „was hinten rauskommt“, also die Erträge, liegt man bei unter 200.000 Euro jährlich. Klingt nicht nach üppigen Summen, mit denen man den ursprünglichen Zweck der Stiftungen erfüllen könnte. Der Grund: die aktuell niedrigen Zinsen.

„Die Stiftungen haben eine lange Tradition, die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammt“, erzählt Vanselow. Zwölf Stiftungen und Nachlässe waren es einst, die der Stadtrat im Jahr 1979 zu zwei Fonds zusammengelegt hat – zum Dürener Sozialfonds und zum Wohnungsbaufonds. Dabei hat man darauf geachtet, dass die Auflagen der Stiftungen auch weiter erfüllt werden. Und natürlich, so Vanselow, „dürfen die Stiftungen nicht mit dem städtischen Vermögen vermischt werden“. Beide Fonds haben erstaunliche Werte: Auf 10,8 Millionen Euro belief sich in 2012 der Wert des Sozialfonds, 9,5 Millionen Euro waren es beim Wohnungsbaufonds. Allerdings sind das teilweise Buchwerte, weil zum Vermögen auch Grundstücke, landwirtschaftliche Flächen oder Häuser und Wohnungen zählen. Dementsprechend setzen sich die Erträge nicht nur aus Zinseinnahmen, sondern auch aus Miet- und Pachteinnahmen zusammen.

Dass unter dem Strich die Überschüsse eher dürftig sind – 2012 waren es beim Wohnungsbaufonds 53.000 Euro, beim Sozialfonds 88.000 Euro – hängt damit zusammen, dass insbesondere für Häuser und Wohnungen auch Kosten anfallen, zum Beispiel für Substanzerhaltung und Modernisierungen. Das, was übrig bleibt, kann dann (nach Beschluss der Politik) verteilt werden. So erhält zum Beispiel jedes Jahr der Caritasverband einen Zuschuss aus dem Sozialfonds. Ebenfalls finanziert wird jeweils ein Seniorennachmittag für Berzbuirer Senioren, weil im Sozialfonds eine entsprechende Stiftung aufgegangen ist.

Andere Stiftungszwecke sind allerdings teilweise auch in Vergessenheit geraten. So gab es zum Beispiel in der früher selbstständigen Gemeinde Lendersdorf eine Stiftung, über die Bürger ein Baudarlehen beantragen konnten. „Wir könnten also Darlehen bewilligen, aber da hat es schon lange keinen Antrag mehr gegeben“, weiß Vanselow.

Neue Stiftungen hat es – mit einer Ausnahme – schon sehr, sehr lange nicht mehr gegeben. „Das stammt aus einer anderen Zeit. Allerdings ist es schon mal vorgekommen, dass uns jemand im Testament mit Geld bedacht hat, um ein bestimmtes Kunstwerk zu erwerben. Das haben wir dann auch gemacht“, berichtet Vanselow.

Die Ausnahme ist die Kulturstiftung der Stadtwerke Düren, die 2011 ins Leben gerufen und mit 1,5 Millionen Euro ausgestattet wurde. Die kann, wenn der ausgeglichene Haushalt der Stadt in diesem Jahr genehmigt ist, erstmals neue Kulturprojekte fördern – dafür stünden dann rund 55.000 Euro zur Verfügung.

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