Start eines Experiments: Wohnmodelle für Senioren in Kreuzau

Von: Margret Vallot
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Blick in den Caritas-Wohnpark
Blick in den Caritas-Wohnpark Friedenau. Das Café befindet sich links, die Wohneinheiten rechts werden ebenfalls in Kürze fertiggestellt und eingeweiht. 8200 Quadratmeter groß ist allein das Grundstück des Caritasverbandes, fast 11 Millionen Euro werden investiert. Foto: Margret Vallot

Kreuzau. „Wir wollen hier etwas ausprobieren”, sagt Elmar Jendrzey vom Caritasverband Düren-Jülich. Das Experiment befindet sich in Kreuzau und hat in Düsseldorf die Landesregierung so außerordentlich überzeugt, dass dort mehrere Millionen Euro an Fördergeldern locker gemacht werden konnten.

„Ausprobiert” werden auf dem Gelände der alten Hoesch-Fabrik neue Wohnmodelle für Seniorinnen und Senioren. Angefangen habe alles vor vier oder fünf Jahren, erinnern sich Bernd Meyer und Oliver Nolden vom Wohnungsbau-Unternehmen Meno in Kreuzau.

Die beiden hatten bis dahin schon 220 Wohneinheiten andernorts gebaut, als sie erfuhren, dass ein Käufer für das Hoesch-Gelände an der Straße Friedenau gesucht wird. Die 39.500 Quadratmeter wechselten den Besitzer, und weil die Gemeinde im Bebauungsplan vorschrieb, dass ein Teil des Geländes einem sozialen Zweck dienen soll, holten Meyer und Nolden sich die Caritas mit ins Boot.

„Ein zukunftsweisendes Wohnprojekt” sollte entstehen, zu dem das Seniorenzentrum des Caritasverbandes dazugehört aber auch privat finanzierte Wohnungen für junge Familien. Ein neues Wohngebiet für alles in allem 300 bis 400 Menschen, in dem für ältere Personen quasi in jedem Gesundheitszustand Platz ist.

Paare und Einzelpersonen, die sich noch komplett allein versorgen können, aber auch gering, mittel oder stark pflegebedürftige Menschen werden schon bald in der Wohnanlage eine neue Heimat finden - in barrierefreien Wohnungen ohne jede Stolperfalle und mit Platz für Rollator oder Rollstuhl.

Die Bauträgergesellschaft Meno hat den Teil, der der Caritas gehört, quasi schlüsselfertig übergeben. Die Caritas kann nun 44 Pflegewohnplätze in vier Wohngruppen, 22 öffentlich geförderte Wohnungen, eine Tagespflege-Station und ein Café eröffnen. Aber auch eine Fußpflege und ein Friseur werden in die Neubauten, die Luftlinie nur 500 Meter von Rathaus, Apotheke, Sparkasse und anderen Geschäften in Kreuzau entfernt sind, einziehen.

Tagespflege und Café der Caritas werden am Mittwoch, 11. Januar, eröffnet, während andere Teile der Anlage, die von Meno privat vermarktet werden, teilweise schon verkauft sind, aber erst noch gebaut werden. Denn eines ist klar: Probleme, Käufer und Mieter zu finden, gibt es nicht. Meyer und Nolden versichern: Bedarf an barrierefreien Wohnungen und seniorengerechten Minibungalows (15 bis 20 sollen auf dem Gelände errichtet werden) ist vorhanden.

Dem Caritasverband wie auch der Wohnungsbau GmbH Meno ist ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben wichtig. Und: Niemand soll im Fall größer werdenden Pflegebedarfs seinen Wohnort und sein gewohntes Umfeld wechseln müssen.

Vor 20 Monaten, am 4. Mai 2010, berichteten die „DN” vom ersten Spatenstich für die Betreuungsstätte ganz neuer Prägung. Derzeit werden im „Caritas-Wohnpark-Friedenau” letzte Vorbereitungen für die Einweihung des ersten Teils getroffen. In wenigen Wochen werden dann weitere Teile der Anlage eröffnet.

25 Eigentumswohnungen, die Meno vermarktet hat, sind bereits bewohnt, weitere 22 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft und werden im Juni der Nutzung übergeben. Mit dem Bau von seniorengerechten Bungalows auf dem Grundstücksteil An der Papiermühle/Am Mühlenteich soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. So wird Kreuzau bald einen neuen Ortsteil und viele neue Bürger bekommen.
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