Stadtverwaltung und Sparkasse lassen Raucherpausen nacharbeiten

Von: Margret Vallot
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Den Rauchern bläst der Wind ins Gesicht. Viel, doch längst noch nicht alle, müssen ihre Raucherpausen nacharbeiten. Zum Rauchen verlassen sie ihren Arbeitsplatz und halten sich im Freien auf. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Für die einen ist es ein brisantes Thema, zu dem sie sich lieber nicht äußern wollen, die anderen - wie Hans-Harald Sowka - meinen: „Wir haben andere Problem in Deutschland”. Es geht um die Raucherpausen, von denen jüngst Unternehmerverbände meinten, sie kosten die Betriebe bares Geld und würden den Arbeitsablauf stören.

Die Raucher werden immer weniger, aber einen oder zwei von ihnen gibt es wohl in jedem Arbeitsteam. Das Unternehmen Heimbach in Düren hat vor drei Jahren eine Statistik angefertigt. Ergebnis: Knapp ein Drittel aller 650 Mitarbeiter rauchen. Rolf Lancé, Betriebsratsvorsitzender, weiß allerdings von keinem Konflikt mit Rauchern. Es gebe in der Firma spezielle Stationen für die Freunde des blauen Dunst, ausstempeln für eine Raucherpause müsse sich niemand.

„Noch ohne ausstempeln zu müssen”, also in der Arbeitszeit darf auch bei Kufferath (GKD) gequalmt werden. Da sei der Arbeitgeber „human”, betont Betriebsratsvorsitzender Manfred Bauer, der sich dafür einsetzen will, dass sich an der großzügigen Regelung nichts ändert.

Anders sieht es bei der Kreisverwaltung (über 1000 Mitarbeiter), der Stadtverwaltung und bei der Sparkasse aus: Dort gehören die Raucherpausen zur Freizeit. Es sind Pausen, für die man sich eigens auschecken muss. In den Filialen der Bank (inclusive Teilzeitkräfte 900 Mitarbeiter) gibt es - schon aus Platzgründen - keine Raucherzimmer, „die Leute gehen zum Rauchen an die frische Luft”, weiß Sprecher Dirk Hürtgen.

Die Raucher der Stadtverwaltung flüchten sich bei Wind und Wetter unter die Brücke zwischen Rathaus und City-Karree. „Die Stadtverwaltung ist rauchfreie Zone”, erklärt der Raucher und Personalratsvorsitzende Klaus Pallenberg. Raucher würden immer weniger, und die Stadt habe sogar schon mit Erfolg Raucher-Entwöhnungskurse angeboten.

Wer noch glaubt, dass es an den Schulen für junge Erwachsene so genannte Raucherecken gibt, war schon lange nicht mehr in einer schule. „Längst abgeschafft”, sagt der stellvertretende Schulleiter Horst Dahmen im Burgau Gymnasium. In den letzten fünf bis achten Jahren sei das Rauchen massiv aus der Mode gekommen. Das gleiche berichtet Christine Welker an der Hauptschule Burgauer Allee.

Im Gewerbegebiet im Großen Tal hat sich das Bauhaus (85 Mitarbeiter) angesiedelt. Dort hieß es von Anfang an „Rauchen ist Freizeit”, Pausen müssen nachgearbeitet werden. Dort gibt es, wie im Rathaus, einen Raucherraum.
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