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Stadthalle: „Noch nie so nah an einer Lösung“

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Die Rückansicht der Dürener Stadthalle – oder das, was von ihr übrig ist. Während die SPD neue Pläne für mehr als vielversprechend hält, gibt sich die CDU zurückhaltend. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Was könnte mit der Stadthalle geschehen, wie könnte das Grundstück bebaut werden? Die SPD hat ihre in der vergangenen Woche vorgestellten Ideen am Donnerstag konkretisiert: Es gibt offenbar einen Investor, der neben einem Hotel Wohnhäuser errichten würde.

Gedacht ist an höherwertiges Wohnen für Privatleute, aber auch an betreutes Wohnen und eine Gastronomie. Die aus den 1950er Jahren stammende Stadthalle spielt in den Plänen keine Rolle mehr; die Ruine würde abgerissen. Und auch mit dem bisherigen Eigentümer des Grundstücks wäre eine Einigung möglich, sagte SPD-Fraktionschef Henner Schmidt bei einem Pressegespräch.

Wie vergangene Woche berichtet, soll dem Investor noch ein weiteres Grundstück in Düren zu Kauf angeboten werden, entweder auf dem Areal des heutigen Langemarckparks oder des Zentralen Omnibusbahnhofs. Auf dem Grund soll ein Geschäftshaus gebaut werden, in das ein Warenhaus oder ein Supermarkt einziehen könnten. Diese Märkte sollen Verluste aus dem Stadthallen-Projekt ausgleichen.

Klar sei, so am Donnerstag SPD-Fraktionsvize Ulf Opländer, dass sich ein Hotel an der ehemaligen Stadthalle nicht rechnen würde. Laut SPD habe der potenzielle Investor aus den Niederlanden mit einem Hotelbetreiber eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit unterzeichnet. Darin sei unter anderem festgelegt, welche Pacht die Hotelkette monatlich zu zahlen bereit sei (44 000 Euro). Ebenso sei die Pachtdauer (15 Jahre) festgeschrieben. Die niederländische Gruppe verhandele im Auftrag des jetzigen Erbbaupachtnehmers, sagten die Sozialdemokraten. Deshalb seien sie zuversichtlich, dass es zu einer Einigung komme.

„So dicht sind wir noch nie an einer Lösung gewesen“, sagte Henner Schmidt. „Wir müssen nur noch zugreifen.“

Das sieht der Dürener CDU-Chef Thomas Floßdorf anders. Der 37-Jährige hält den Vorstoß der SPD „für ein billiges Wahlkampfmanöver“. Die CDU habe nach wie vor „schwere Bedenken, dass das von der SPD favorisierte Koppelgeschäft juristisch sauber ist“, so Floßdorf. Gemeint ist der Plan, dem Investor neben dem Stadthallenareal parallel ein anderes Grundstück in der Stadt zum Kauf anzubieten. Die CDU hat Bedenken, dass beide Grundstücke im Paket ausgeschrieben werden können. Diese Zweifel teilt Ulf Opländer nicht: „Wenn Düren das aus städtebaulicher Sicht begründet, geht das.“

Abgesehen von dieser juristischen Frage kann das Projekt nur gelingen, wenn der derzeitige Erbbaupachtnehmer, dem das Stadthallengrundstück faktisch gehört, mitspielt. Die Vorstellung der SPD sieht so aus: Der neue Investor zahlt für das Grundstück rund 2,3 Millionen Euro. Davon erhält der Erbbaupachtnehmer einen großen Teil, der Rest bleibt bei der Stadt. Bisher war eine derartige Einigung offenbar nicht machbar.

„Die ganze Idee ist nicht neu“, sagte CDU-Chef Floßdorf. Diese Pläne seien in der Fraktionsvorsitzendenkonferenz besprochen worden. „Wir haben Stillschweigen vereinbart.“ Daher fehle ihm das Verständnis, dass die SPD „nun, drei Tage vor der Wahl“, damit an die Öffentlichkeit ginge.

Die Dürener Sozialdemokraten sind auch deshalb von den nun öffentlichten Plänen angetan, „weil damit eine Aufwertung des Bahnhofsumfeldes“ verbunden sei, wie Ulf Opländer betonte. Die genaue Ausgestaltung solle für das gesamte Projet am von der SPD geforderten Runden Tisch diskutiert werden – wie auch Fragen zur Architektur und andere Details.

Dürens Baudezernent Paul Zündorf sagte den „DN“, die Pläne seien mit der Stadt nicht abgestimmt. Daher könne er zu einer Machbarkeit nichts sagen.

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