Stadt und Kreis nehmen mehr Kinder in Obhut

Von: Sarah Maria Berners
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Kreis Düren. Die Jugendämter in Deutschland haben noch nie so viele gefährdete Kinder und Jugendliche in Obhut genommen wie 2012. Auch im Zuständigkeitsbereich des Kreis Düren ist die Anzahl leicht gestiegen. Das Kreisjugendamt hat 2012 30 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen.

Das sind drei mehr als im Vorjahr. 2010 waren es 25 Kinder und Jugendliche. Das Jugendamt der Stadt Düren verzeichnet ebenfalls einen Anstieg. 2012 wurden von den Mitarbeitern 124 Kinder in Obhut genommen, 2011 waren es 119. In diesem Jahr waren es bis einschließlich Juli 68 Kinder.

„Bei dringender Gefahr für das Wohl“ des Minderjährigen werden Kinder und Jugendliche vom Jugendamt in eine sichere Umgebung wie ein Heim oder eine Pflegefamilie gebracht. Dieses Vorgehen ist in Paragraf 42 des Sozialgesetzbuches geregelt.

Nicht nur wegen Gewaltproblemen und sexuellem Missbrauch werden Kinder aus ihren Familien geholt. In Obhut können Kinder und Jugendliche zum Beispiel auch dann genommen werden, wenn sie von ihren Eltern nicht richtig versorgt werden, die Zustände in einer Wohnung nicht tragbar sind – weil beispielsweise verschimmeltes Essen in der Küche steht – oder wenn die Eltern alkohol- oder drogenkrank sind. „Manchmal melden sich die Eltern auch selbst bei uns, weil sie sehen, dass sie mit der Situation überfordert sind“, erklärt Beatrix Prescher, die stellvertretende Leiterin des Jugendamtes der Stadt Düren.

Manche Kinder würden nur für kurze Zeit in einem Heim untergebracht, können aber wieder zurück in die Familien kommen, wenn die Eltern Hilfe zur Erziehung in Anspruch nehmen, also zum Beispiel eine Haushaltshilfe zur Unterstützung annehmen.

Deutschlandweit betrachtet war die Überforderung der Eltern mit 43 Prozent häufigster Anlass für eine Inobhutnahme. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

„Wichtig ist, dass wir frühzeitig Kontakte zu den Familien knüpfen und eine gute, frühzeitige Hilfeplanung“, betont Beatrix Prescher und spricht damit zum Beispiel den Baby-Besuchsdienst der Stadt Düren an. Auch über die enge Zusammenarbeit mit Familienzentren könne die Hemmschwelle, Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen, gesenkt werden. Regelmäßig erhalten die Ämter auch von Kitas, Schulen und Nachbarn Hinweise auf mögliche Missstände in Familien. „Die Menschen sind für dieses Thema mittlerweile sehr sensibilisiert“, weiß Beatrix Prescher.

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