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Stadt Düren will gegen „Indeschen Ozean” klagen

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
Braunkohle Tagebau Inden
Ein Bagger beseitigt im Braunkohle Tagebau Inden vor der Kulisse des RWE-Kraftwerks Weisweiler Erdmassen. Foto: dpa

Düren. „Düren geht auf Nummer sicher”, hat Bürgermeister Paul Larue am Donnerstag klargestellt und zusammen mit CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer angekündigt, dass die Stadt auf dem Klageweg versuchen wird, den im Volksmund „Indesches Meer” genannten Riesensee zu verhindern.

Die schrecklichen Ereignisse von Nachterstedt in Sachen-Anhalt, wo Menschen zu Tode gekommen sind, andere ihre gesamte Habe verloren, haben in Düren die schon bestehenden erheblichen Bedenken noch entscheidend verstärkt. Die Verwaltung in Person des Dezernenten Hans Wabbel „steht ganz auf der Seite der Politik”.

Wabbel legte bei der Gelegenheit erneut seine enormen, fachlich begründeten Bedenken gegen einen elf Quadratkilometer großen, künstlichen See in unmittelbarer Nähe zu einem weiteren See (Tagebau Hambach) schlüssig dar.

Der Beschluss des NRW-Braunkohleausschuss, dass RWE-Power das Riesenloch statt mit Erde mit Wasser verfüllen darf, müsse zunächst rechtskräftig vorliegen, erklärte Eßer das weitere Vorgehen. Dann werde sofort beim Oberverwaltungsgericht in Münster Klage erhoben. Noch in dieser Ratsperiode, nämlich im September, werde im Rat ein entsprechender Entschluss gefasst.

Larue wollte keines der Gutachten - sei es von RWE-Power in Auftrag gegeben oder von unabhängigen Instituten ausgestellt - in Zweifel ziehen. Doch die Beherrschbarkeit des Tagebaus Inden II sei einfach besser möglich bei Verfüllung mit Erde als mit Wasser.

Die Erdverfüllung war auch lange vom Bergbautreibenden zugesagt worden. Erst in letzte Zeit wurde die Verfüllung mit Wasser, die für RWE-Power 300 Millionen Euro preiswerter ist, als besser für die gesamte Region dargestellt.

Eßer zitierte ein Prognos-Gutachten, in dem von einer Art Freizeitparadies mit Restaurants und Cafés an der Seekante die Rede war. Weiter heißt es darin: Würden die Randbereiche des Sees nicht zugänglich und bebaut, berge das ein Risiko der mit dem See verbundenen wirtschaftlichen Potentiale.

Die Klage stützt sich auf die Missachtung des Verbesserungsgebots. Die Grundannahme, nämlich das Wasserbefüllung beherrschbar sei, habe sich nach Nachterstedt geändert, so Eßer. „Die Begeisterung für ein Freizeitparadies Indesee II ist mausetot.”
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