Düren - Stadt Düren stoppt Kanalbaumaßnahme in der Goebenstraße

CHIO-Header

Stadt Düren stoppt Kanalbaumaßnahme in der Goebenstraße

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
17225914.jpg
Die Kanalbaumaßnahme in der Goebenstraße ist gestoppt. Foto: Jörg Abels
17225995.jpg
Die Heberleitung auf der Renkerstraße ist fast fertig. Foto: Abels

Düren. Die Arbeiten am Abwasserkanal in der Goebenstraße im Grüngürtel sind gestoppt. Und nicht nur sie. Bis auf Weiteres hat die Stadt alle anstehenden Kanalsanierungen auf Eis gelegt. Grund ist eine neue Risikobewertung der bei Kanalsanierungen erforderlichen Kampfmittelsondierung seitens der Berufsgenossenschaft Bau, erklärt Dominika Wirtz, stellvertretende Leiterin der Stadtentwässerung.

Zum Hintergrund: Angesichts der Vielzahl von Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Telefon) in den Straßen ist eine Kampfmittelsondierung, die auf Metall anspricht, in der Regel nicht möglich. Die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf wertete daher bislang Luftbilder aus und gab bei negativem Befund den Hinweis, „Erdarbeiten mit entsprechender Vorsicht auszuführen“.

„Das war jahrzehntelang Grundlage für erfolgreiches Arbeiten, ohne jeglichen Unfall“, betont Amtsleiter Heiner Wingels. „Doch das ist vorbei.“ Ohne nachgewiesene Kampfmittelfreiheit will die Berufsgenossenschaft keinen Versicherungsschutz mehr für die Arbeiter übernehmen. Dieser Paradigmenwechsel hat die Stadt mitten in der Baumaßnahme Goebenstraße getroffen. Aber sie ist mit diesem Problem nicht allein: Auch Städte wie Köln, Düsseldorf und Euskirchen wurden bereits zum Handeln gezwungen, berichtet Dominika Wirtz.

Wie es weitergehen soll, ist derzeit unklar. Wingels und Wirtz berichten, dass Vertreter des NRW-Innenministeriums, der NRW-Bezirksregierungen und der Kommunalagentur NRW als Rechtsberatung mit Berufsgenossenschaft und Kampfmittelexperten ein neuen Leitfaden entwickeln, der im Herbst vorliegen soll.

Im Fall der bereits begonnenen Arbeiten in der Goebenstraße verständigte sich die Stadt mit der Berufsgenossenschaft und der beauftragten Baufirma zunächst darauf, dass die Baggerarbeiten in der Baugrube von einem Kampfmittelexperten begleitet werden, der in den vergangenen Tagen immer zehn bis 30 Zentimeter Erdreich mit einem Handgerät sondierte, bevor der Baggerfahrer mit seiner großen Schaufel das nächste Fleckchen Erde abgreifen durfte.

Entsprechend langsam kamen die Arbeiten voran, entsprechend teurer wurden sie. Dominika Wirtz spricht von bereits aufgelaufenen Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro. Und weil sich der Einsatz auch für die Baufirma längst nicht mehr lohnt, einigten sich Stadt und Firma darauf, die Baustelle erst einmal stillzulegen. Die Straße werde nun wiederhergestellt, verspricht Wingels den Anwohnern, die in den kommenden Tagen über den weiteren Ablauf informiert werden sollen. Denn schließlich sollte sich im Grüngürtel an die Kanal- auch eine Straßensanierung anschließen.

Vom erst einmal ausgesprochenen Baustopp ist auch der zum Teil marode Kanal in der Kölner Landstraße betroffen. Während ein Abschnitt noch saniert werden konnte, liegt ein zweiter derzeit auf Eis. Das Problem: Mit Freigabe des ersten Abschnitts der B56n in wenigen Tagen soll die Euskirchener Straße zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Oststraße für den Lkw-Verkehr gesperrt werden, um ein aus Gründen der Luftverunreinigung drohendes Dieselfahrverbot zu vermeiden. Lkw sollen dann über die Kölner Landstraße fahren. Wingels kündigte daher an, die Fahrbahnen so zu verschwenken, dass der marode Kanal nicht über Gebühr belastet wird. Da sei möglich, allerdings müssten einzelne Parkplätze weichen.

 

Die Homepage wurde aktualisiert