Stadt Düren bietet Zanders-Werk Unterstützung an

Von: Dietmar Engels
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Die schönen alten Gebäudteile täuschen: Das Zanders-Werk „Reflex” ist ein modern ausgestatteter und sehr leistungsfähiger Betrieb mit zuzeit noch 450 Foto: Dietmar Engels

Düren. Viel kann eine Stadt wie Düren nicht tun, wenn in einem großen heimischen Betrieb - so wie jetzt im Zanders-Werk „Reflex” - Entlassungen in größerem Umfang anstehen. Heinz Mannheims, Referatsleiter für Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung will aber das wenig Mögliche tun, um möglichst viele Arbeitsplätze in der Papierfabrik erhalten zu helfen.

Heikki Husso, Geschäftsführer der M-real Zanders GmbH, war sichtlich betroffen, als er am Mittwoch die einschneidenden Maßnahmen im Dürener Werk verkünden musste. Das galt um so mehr für den Betriebsratsvorsitzenden Eugen Kunkel. Beide hatten erst wenige Stunden zuvor von der Entscheidung der Konzernzentrale erfahren.

Mannheims hatte Donnerstag aus den „DN” von der Hiobsbotschaft für die „Reflex”-Belegschaft erfahren. „Ich habe sofort ein Telefongespräch mit der Geschäftsführung geführt, um unsere Hilfe anzubieten”, sagte der städtische Wirtschaftsförderer gegenüber den „DN”. An Spekulationen darüber, wie viele Jobs in der Birkesdorfer Fabrik wegfallen konnte, wollte sich Mannheims nicht beteiligen: „Dazu muss ich erst Genaueres wissen. In der nächsten Woche werde ich eine Unterredung mit den Verantwortlichen im Werk führen, um mir ein Bild von der Lage machen zu können. Natürlich sind unsere Einflussmöglichkeiten gering, aber wir werden alles tun, was in unserer Macht steht.”

Die Stadt könne unter Umständen unterstützend tätig werden, wenn sich das Unternehmen zum Beispiel um eine finanzielle Beihilfe des Landes oder eine Bürgschaft bemühen würde. Davon war in den Mitteilung der Werk- und der Unternehmensführung (noch?) keine Rede. Mannheims betonte, zusammen mit Bürgermeister Paul Larue, gehe er in letzter Zeit verstärkt auf die Unternehmen in der Stadt zu.

„Die Sache mit Zanders kommt auch deshalb so völlig überraschend, weil wir dem Werk im vergangenen Jahr einen Besuch abgestattet haben und eigentlich nur Positives gehört haben. Seinerzeit zeigte sich die Geschäftsführung recht optimistisch. Es war sogar von einer möglichen Produktionsausweitung die Rede. Wir sind sehr daran interessiert, zu erfahren, wie es zu der krassen Kehrtwende gekommen ist.”

Der Mutterkonzern der M-real Corporation, seinerseits wieder Teil der Metsäliito-Gruppe, hat die geplanten Veränderungen in den beiden Zanders-Werken Düren und Bergisch Gladbach in einer „Börsenmitteilung” bekannt gegeben. Darin erfuhren die Aktionäre und sonstige Interessierte auch, dass durch die einschneidenden Maßnahmen ab 2011 eine „jährliche Ertragsverbesserung” von etwa 18 Millionen Euro angestrebt werde. Was das alles genau für das Dürener Werk bedeutet, steht noch nicht fest.

Wenn aber die Produktion tatsächlich um deutlich mehr als die Hälfte zurück gefahren werden sollte, dann muss wohl Schlimmes befürchtet werden. Für die jetzt noch 450 Beschäftigten ist das jedenfalls das genaue Gegenteil einer frohen Botschaft so kurz vor Weihnachten. Noch ist nicht bekannt, wie viele Jobs bei Zanders Reflex gestrichen werden. Unbestätigte Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte der Arbeitsplätze entfallen werden.

Das wären zwischen 150 und 225 Betroffene.
ArtikelInsgesamt ist der Arbeitsplatzabbau in den hiesigen Industriebetrieben bis jetzt nicht hoch ausgefallen wie angesichts der Wirtschaftskrise zu befürchten war. Zum Ende des dritten Quartals 2009 gab es 16421 Beschäftigte in den Mitgliedsbetrieben der Vereinigten Industrieverbände. Das sind 895 weniger als im Jahresvergleich (minus 5,2 Prozent).

Die Umsätze sind im Vergleichszeitraum in fast allen Branchen um beinahe das Vierfache (rund 20 Prozent) zurückgegangen. Lediglich im Bereich der Papier verarbeitenden Industrie waren es „nur” minus 4,3 Prozent.
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