„Stabwechsel”: Karl-Albert Eßer legt Amt als Fraktionschef nieder

Von: Ingo Latotzki
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Stabwechsel: Karl-Albert Eßer
Stabwechsel: Karl-Albert Eßer (Mitte) will den Fraktionsvorsitz an Stefan Weschke (links) übergeben. Thomas Floßdorf, Dürener CDU-Chef, soll zum Fraktionsvize aufrücken. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Er versteht sich als Ideengeber, Antreiber und als Mann, der die Dinge dann auch durchsetzt: Karl-Albert Eßer. Am Dienstag kündigte der CDU-Politiker seinen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender an - zum Ende des Monats.

Zuletzt hätte er nicht mehr „die Energie und Geduld gehabt”, den teils strapaziösen Posten weiter zu bekleiden, sagte Eßer. Als Nachfolger ist sein bisheriger Vize, Stefan Weschke, auserkoren; er soll am Mittwochabend nach der Ratssitzung (17 Uhr, Kreishaus) gewählt werden.

Karl-Albert Eßer sagte, er habe bereits nach der letzten Kommunalwahl 2009 für sich festgelegt, dass er „spätestens 2013”, also ein Jahr vor der nächsten Wahl, zurücktreten werde. „Ich habe das allerdings nicht kommuniziert”, sagte er am Dienstag. Vor diesem Hintergrund habe er sich gefragt, ob er noch die Kraft habe, das weitere Jahr bis 2013 Fraktionschef zu bleiben. Nach den stressigen letzten Monaten habe er für sich entschieden aufzuhören.

Eßer hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er vor zwei Jahren an einem Burn-Out gelitten hat. Mehrere Monate hat er die Geschäfte komplett ruhen lassen. In dieser Zeit wurde er von seinen beiden Stellvertretern Stefan Weschke und Hermann-Josef Geuenich vertreten, zudem von anderen verantwortlichen CDU-Politikern.

„Ich bin mit meiner Bilanz zufrieden”, sagte Eßer. Seit er 1999 zum ersten Mal Fraktionsvorsitzender wurde, habe sich „eine Menge getan”. Der Christdemokrat nannte etwa den Bau des Stadtcenters, die Entstehung vieler Baugebiete, die Sanierung der Schulen und die Entwicklung der Außengastronomie. „Ich habe einige erfolgreiche Wahlkämpfe bestritten”, sagte er zudem. „Das kann man nicht endlos wiederholen.”

Aber er wird sich nicht ganz aus der Politik verabschieden. Er werde weiter im Fraktionsvorstand arbeiten und habe überdies vor, auch für den nächsten Rat 2014 zu kandidieren. Deshalb wollte Eßer auch „weniger von einem Rücktritt, sondern mehr von einem Stabwechsel sprechen”. Dass der Ur-Dürener weiter an Bord bleibt, begrüßte sein designierter Nachfolger Stefan Weschke ausdrücklich.

Als er von Karl-Albert Eßer erfahren habe, dass er neuer Fraktionsvorsitzender werden solle, habe er sich einen Tag Bedenkzeit auserbeten, um mit der Familie die neue Situation zu besprechen. Weschke, 47, dankte Eßer für „sein außerordentliches Engagement” und sprach für sich selbst von einer „Herausforderung und Ehre”. Eßer habe die Messlatte hoch gelegt.

Der Dürener CDU-Chef Thomas Floßdorf (35) würdigte die Verdienste Eßers ebenso und nannte ihn einen „wichtigen Impulsgeber”. Fraktionschef sei ein „undankbarer Job”. Man sei zeitlich sehr eingespannt und oftmals der „Blitzableiter für alle und alles”. Fraktionsvorsitzender in einer Stadt wie Düren zu sein, bedeute im Grunde einen Vollzeitjob, sagte Eßer. Keiner seiner Kollegen im Dürener Rat ginge noch einem vollen Beruf nach. Er selbst ist beim Berufsförderungswerk in Düren im Bereich Kommunikation und Geschäftspolitik tätig.
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