Düren - St. Lukas: Die Kirche setzt auf das Engagement der Laien

St. Lukas: Die Kirche setzt auf das Engagement der Laien

Von: Sandra Kinkel
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Die Niederauer Pfarrkirche St. Cyriakus soll zur Grabeskirche werden. Hier sollen Urnenbestattungen stattfinden. Foto: S. Kinkel

Düren. „Wir haben im vergangenen Jahr das Ende von manchen Dingen beschlossen“, sagt Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz. „Aber ein Ende bedeutet immer auch einen neuen Anfang.“ In der Dürener Großpfarre St. Lukas hat es in 2012 einige einschneidende Entscheidungen gegeben, die auch 2013 und vermutlich sogar 2014 noch stark prägen werden. Die Verantwortlichen von St. Lukas haben sich entschieden, sich von etwa einem Drittel aller Gebäuden, die der Pfarre gehören, zu trennen.

Hans-Otto von Danwitz: „Das Bistum hat gesagt, dass es für die kirchlichen Gebäude 30 Prozent weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung stellt. Und wir haben dann entschieden, dass wir auf die Gebäude komplett verzichten. Auch, um den gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden.“

Von Danwitz nennt zwei Beispiele: Weil die Kinder heute auch nachmittags Schulunterricht hätten, sei es nicht mehr erforderlich, dass in jedem Stadtteil ein eigenes Jugendheim vorhanden sei. Zudem fänden immer weniger Gläubige regelmäßig den Weg zu den Gottesdiensten. Der Regionaldekan: „Dem allem wollen wir mit unserem Konzept zum kirchlichen Immobilienmanagement Rechnung tragen. Und gleichzeitig wollen wir aber auch neue Schwerpunkte setzen.“ Genau gesagt drei Schwerpunkte: Die Pfarrgemeinde St. Lukas will sich stärker im Bereich Kinder- und Jugendarbeit engagieren, sich in Sachen Seniorenarbeit neu aufstellen und zudem die Trauerpastoral ausbauen.

Zwei Kirchen der Pfarre St. Lukas, nämlich St. Bonifatius und St. Cyriakus in Niederau, werden entwidmet. In St. Bonifatius entstehen Senioren gerechte Wohnungen, St. Cyriakus wird zur Grabeskirche umgebaut. Hans-Otto von Danwitz: „Dank Pastor Schleiermacher, der sein ganzes Herzblut und einen großen Teil seines Vermögens in die Niederauer Kirche gesteckt hat, ist dieses Gotteshaus in einem sehr guten Zustand, so dass man es ohne großen finanziellen Aufwand in eine Kirche, wo Urnen bestattet werden können, umbauen kann.“

Auch in St. Josef im Dürener Süden stehen umfangreiche Veränderungen an. Hier werden das Roncalli-Haus für Jugendliche und die Paul-Kuth-Begegnungsstätte für Senioren abgerissen, damit die beiden großen Grundstücke verkauft werden können. „Mit dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf“, sagt Hans-Otto von Danwitz, „soll dann die Josefskirche umgebaut werden. Und es gibt auch schon konkrete Pläne dafür.“

Der bisherige Chorraum der Kirche soll demnächst für die Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden, die Senioren bekommen ein neues Zuhause unterhalb des Gotteshauses. Von Danwitz rechnet damit, dass erst in 2014 mit den Umbauarbeiten begonnen werden kann. „Jetzt beschäftigen wir uns zunächst mit dem Verkauf der beiden Gebäude.“

Außer von einigen Immobilien, so von Danwitz, müssten sich die Gläubigen auch von der Priesterkirche verabschieden. „Mit dem Weggang von Josef Wolff nach Jülich“, so der Regionaldekan, „haben wir in St. Lukas nur noch zwei Pfarrer, die zuständig sind.“ Deswegen werden jetzt für jede Gemeinde kleine Leitungsteams gebildet, zu denen die Gemeindereferenten und drei oder vier engagierte Laien gehören. Diese Teams kümmern sich um Gottesdienstordnungen, die Sternsinger-Aktion und Eine-Welt-Projekte. „Wenn am Wochenende die polnische Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in der Annakirche feiert, wird ein Mitglied des Leitungsteams das offizielle Grußwort sprechen. Und eben nicht der Pastor.“

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