Düren - Spritpreise rauschen in den Keller

Spritpreise rauschen in den Keller

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
benzinpreise_bu
Kein Mensch weiß, wie tief die Preise noch fallen. Wer den Tank voreilig füllt, ärgert sich tags drauf, wenn es weitere zwei Cent abwärts geht. Tankwart Christoph Eckstein kann dem Treiben in Ruhe zusehen. Auf sein Einkommen hat es keinen Einfluss. Foto: Margret Vallot

Düren. Die Autofahrer jubeln, die Pendler sind glücklich: Der Spritpreis ist in den letzten Wochen in den Keller gefallen. Im Mai 2008 zahlte man in Düren für den Liter Diesel noch 1,54 Euro, diese Woche war der Liter für 95 Cent zu haben.

Wie kommt das bei Speditionen und Taxiunternehmen an? Stellen sich Dürener Kreisbahn und Rurtalbahn auf dauerhaft niedrige Preise ein? Ist vielleicht sogar an ein Absenken der Fahrkarten-Preise gedacht?

Ziemlich genau eine Million Liter Diesel brauchen die 80 Busse der Dürener Kreisbahn Jahr für Jahr. Geschäftsführer Guido Emunds hat alle Zahlen im Kopf: 2007 hat das Unternehmen rund 950.000 Euro für Diesel ausgegeben.

„2008 haben wir eine schöne Welle erlebt”, so Emunds. Die Megapreise zu Beginn des Jahres seien durch die fallende Preis zum Ende 2008 genau ausgeglichen worden. „So kommen wir im Mittel des Jahres auf eine Summe wie 2007”, freut sich der Geschäftsführer.

Im Gespräch zeigt er sich vollkommen überzeugt davon, dass der Spritpreis noch 2009 wieder ansteigen werde. Längst geplant sei, nebenbei erwähnt, eine Fahrpreiserhöhung zum 1. April um 1,4 Prozent. Und das Personal hat ab 1. Januar 3,3 Prozent mehr auf dem Gehaltszettel.

„Wo geht die Reise hin?” fragt man sich fast täglich in den Dürener Speditionen. Dort wird die Kalkulation der Preise immer schwieriger. Ingo Malfbenden, Geschäftsführer bei der international agierenden Spedition Moeller (35 eigene Lkw, 12 fest gechartert), weiß: „Wenn es mit den Preisen abwärts geht, verlangen die Kunden sofort Preisnachlässe.”

Dem könne man nicht entsprechen, es seien ja von Mai bis September Spitzenpreise gezahlt worden. Ähnlich sieht das Heijo Schregel in seiner Spedition (28 Lkw).

Die Unternehmen werden, sofern noch nicht geschehen, „Dieselgleitklauseln” einführen: Steigt der Preis für Diesel, steigt auch der Preis für den Warentransport und umgekehrt. Die Speditionen haben, nebenbei erwähnt, eine saftige Erhöhung der Autobahnmaut zu verkraften. Das verwundert. Gerade die Kfz-Branche wird wegen der aktuellen Wirtschaftskrise derzeit geschont.

Die Stimmung unter den Dürener Spediteuren ist alles andere als rosig. Auch die Rurtalbahn spürt jede Anhebung oder Absenkung der Spritpreise: 2008 wurden allein im Personenverkehr zwischen Heimbach und Linnich 750000 Liter Diesel verbraucht.

Die sinkenden Preise (von Juli bis Dezember um 40 Cent) haben, laut Bereichsleiter Sebastian Nießen, dazu geführt, „dass wir im Cargo-Bereich etwas günstiger werden konnten”.

Im Personenverkehr „treibt das die Kosten runter”, hat allerdings keine Auswirkung auf die Fahrpreise. Die werden vom Aachener Verkehrsverbund langfristig festgelegt und setzen sich aus sehr unterschiedlichen Faktoren zusammen.

Warum kostet der Liter Super an einem Tag 108 Cent und am anderen nur noch 102? Das fragen wir in einer Tankstelle auf der Valencienner Straße den Chef, Christoph Eckstein.

„Eine ehrliche Antwort? - Ich weiß es auch nicht”, sagt der Mann. Viele Kunden hätten ihn das schon gefragt, aber wirklich zu erklären sei das nicht. Den Tankstellenpächtern werden bis zu drei Mal täglich neue Preise für den Liter durchgegeben, „und egal wieviel sie zu welchem Preis verkaufen: Die Provision bleibt immer gleich.”

Meistens montags hamstern die Kunden, schleppen das Benzin in Kanistern davon. Dass zu Hochpreiszeiten die Kunden wegblieben und jetzt wieder zum Tanken vorfahren, das hat Eckstein nicht beobachtet. „Wer aufs Auto angewiesen ist, tankt auch bei Höchstpreisen.”

5,5 bis 6 Millionen Liter Diesel, Super und Benzin fließen übrigens pro Jahr aus den Zapfhähnen seiner Dürener Tankstelle. Das war 2008 nur unerheblich weniger als 2007.

700 bis 800 Liter Sprit verfährt im Durchschnitt ein Taxi in Düren im Monat. Aber die Spritkosten, so Taxiunternehmer Günter Ostländer, seien nur ein Bruchteil der Kosten. Die Kosten für eine Fahrt könnten kurzfristig nicht gesenkt werden, weil es sich um von der Politik festgelegte Tarife handelt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert