Spielabsagen im Fußball bereiten Verantwortlichen Probleme

Von: Franz Sistemich
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Horst Bruns, Achim Greiff, Wolfgang Dembsky und Hermann-Josef Franken (von links) bilden den Spielausschuss des Fußballkreises. Foto: sis
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Da liegt er nun, kommt nicht vom Fleck: der Fußball im matschigen Untergrund eines Sportplatzes. Ausgefallene Partien gehören zu dieser Jahreszeit zum Alltag für Spieler, Trainer und Funktionäre. Foto: imago/DeFodi

Kreis Düren. Sie haben es einmal gewagt, einen aus Witterungsgründen gesperrten Platz unter die Lupe zu nehmen. Sie wurden beschimpft. „Der Platz war bespielbar, aber seitdem ballen wir die Fäuste in den Hosentaschen“, sagt Horst Bruns und zuckt mit den Schultern. Achim Greiff, Hermann-Josef Franken und Wolfgang Dembsky stimmen Bruns – mit dem Kopf nickend – zu. Spielabsagen wegen gesperrter Fußballfelder gehören zu ihrem Alltag.

Aufregung tut aber nicht gut. Also werden die Fäuste geballt, ein Ersatztermin gesucht. Die vier Herren bilden den Spielausschuss des Fußballkreises Düren. Horst Bruns ist Vorsitzender und wie Greiff und Franken Staffelleiter, Wolfgang Dembsky fungiert als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses und als Frauenbeauftragter.

In den vergangenen Wochen hatten sie mehr als genug mit abgesagten Partien in den Kreisdürener Fußballligen zu tun. Hermann-Josef Franken, Staffelleiter der Kreisliga-B-Gruppen 1 und 2 sowie der C 1, berichtet von 153 abgesagten Partien, die er neu ansetzen musste.

Gewiss, Schneefall, Regen und Frost sorgen immer wieder für unbespielbare Plätze. Doch die vier Verantwortlichen des Fußballkreises sind auch felsenfest überzeugt, dass so manche Absage „sehr leichtfertig erfolgt“. „Platzsperren sind eine einfache Angelegenheiten. Die Bescheinigungen liegen praktisch bei jedem Verein vorgefertigt in der Schublade. Da braucht nur noch der Ortsvorsteher zu unterschreiben“, wissen die vier Männer. Aber auch Kommunen sperren Spielfelder schneller als noch in der Vergangenheit.

Aus welchen Gründen auch immer eine Partie abgesagt wird – da wird auch schon mal ein Platz gesperrt, weil dem Trainer zu wenige Kicker zur Verfügung stehen –, der Blick auf die Tabellen weist nicht nur in den Ligen, die in die Zuständigkeit des Mittelrheinverbandes fallen, große Unterschiede bei der Anzahl der ausgetragen Spiele aus (Stand 1. April): Landesligist und Höhenverein Germania Burgwart hat er erst 14 Spiele absolviert, Stotzheim aber 19. Der SC Kreuzau 05 bestritt in der Kreisliga A nur 13 Partien, Arnoldsweiler II bereits 18. Und von allen B-Ligisten hat Schlusslicht Germania Kirchberg (B 1)mit zwölf Begegnungen die wenigsten Spiele bestritten, der Tabellenzweite BC Oberzier bereits 17. So ist es kein Wunder, dass ein Verein vier Spiele in sieben Tage bestreiten muss.

„In diesem Jahr ist es aber auch besonders schlimm“, sagt Horst Bruns. Doch wie können die Spielabsagen in Grenzen gehalten werden? „Wir stecken in einem engen Korsett“, erklärt er. Da ist zum einen der Rahmenterminkalender, der von den oberen Verbänden vorgegeben wird. Die Sommerferien spielen für den ersten Spieltag auch eine große Rolle, die Mallorca-Touren der Mannschaften am Ende einer Spielzeit ebenso.

Wegen der Auf- und Abstiegsregelungen könnten Bruns und Mitstreiter eine Spielzeit nicht beliebig verlängern. „Aber auch die Saisonabschlussfahrten verhindern dies“, haben die vier Männer oft genug erfahren. Weitere Gründe, warum es nicht so einfach ist, Spieltage für Nachholpartien zu finden, sind Brauchtumsfeste: „Besonders im Nordkreis haben die Maifeste eine große Bedeutung für das gesellschaftliche Leben im Ort“, weiß Hermann-Josef Franken. Deshalb bitten Vereine schon im Vorfeld darum, ihr Spieltage in die Woche zu verlegen. Und diese Spieltage fallen dann eben als Nachholspieltage aus. Weiteres Problem: Nicht jeder Klub spielt auf einer Anlage mit Flutlicht. Im Nordkreis steht den meisten Vereinen kein künstliches Licht zur Verfügung.

„Nur überdachte Kunstrasenplätze würden das Problem der Platzsperren lösen“, sagt Achim Greiff sarkastisch. Und da es diese nicht geben wird, werden die Mitglieder des Spielausschusses noch oft die Fäuste in den Taschen ballen müssen.

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