Spezialkonstruktion soll acht Dezibel Lärm schlucken

Von: oha
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Die Konstruktion der neuen Lä
Die Konstruktion der neuen Lärmschutzwand bei Ellen ist durchaus Foto: Ottmar Hansen

Niederzier. Die Lärmschutzwand entlang der L 264 bei Ellen ist zur Hälfte fertiggestellt. Bis zum Frühjahr soll auch der Rest des etwa 1250 Meter langen Bauwerkes stehen. Ausgenommen eines kleinen Teilstückes, das erst mit Fertigstellung der neuen Anschlussstelle an die A4 errichtet werden kann.

Die Konstruktion ist interessant und lohnt durchaus einen Blick aus nächster Nähe. So besteht die „Wand” vor allem aus einem drei Meter hohen Stahlgerüst. Die rostfreien Streben stehen auf dem Boden etwa 1,50 Meter breit auseinander und laufen nach oben konisch zusammen.

Beide Außenseiten des „Käfigs” sind mit einem Vlies bespannt, das wiederum mit Holzfasern verkleidet ist. Der Innenraum zwischen den Stahlgittern wurde mit einem speziellen Erdgemisch verfüllt. Alles zusammen ist am Ende so „dicht”, dass der Straßenlärm für die Häuser hinter der Wand um acht Dezibel reduziert wird.

Der Effekt dürfte sich noch erhöhen, wenn die Wand, wie geplant, komplett begrünt ist. Da die Wand möglichst nahe an der Fahrbahn errichtet wurde, blieb das Strauchwerk im Bereich dahinter stehen, was ebenfalls Lärm „schluckt”.

„Die Wand wird sich prima in die Landschaft einfügen”, ist Bürgermeister Hermann Heuser optimistisch. Wenn der Lärmschutz stehe, solle im Frühjahr auch der Bau des neuen Kreisverkehres an der Einmündung zur Morschenicher Straße in Angriff genommen werden.

Einschließlich einer Querungshilfe für Fußgänger zum gegenüber liegenden Sportplatz. Rund 1,6 Millionen Euro sind für Wand und Kreisel veranschlagt. Das Geld zahlt RWE Power als Ausgleich für den Wegfall der L 257 Richtung Morschenich.

Eigentlich wäre die Ersatzzahlung erst im Jahre 2022 fällig geworden, wenn die L 257 dem fortschreitenden Tagebau Hambach zum Opfer fällt. Doch das Bergbauunternehmen finanziert die Wand schon jetzt, weil Ellen schon bald mit dem neuen Autobahnanschluss der A4 mit mehr Verkehr und Lärm auf der L 264 rechnen muss.

Hermann Heuser rechnet damit, dass die zur Verfügung gestellte Summe nicht völlig für Wand und Kreisel verbraucht wird. Womöglich werde noch Geld für eine Fußgängerbrücke zum Sportplatz Hambach und die Verlängerung des Radweges an der L 264 übrig bleiben.
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