Düren - Spektakuläre Ausstellungseröffnung: Kunst, die Grenzen durchbricht

Spektakuläre Ausstellungseröffnung: Kunst, die Grenzen durchbricht

Von: ale
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Es hat gezündet. Zefrey Throw
Es hat gezündet. Zefrey Throwell und der qualmende Wohnwagen vor dem Museumseingang. Foto: Lauscher

Düren. Die mit Spannung erwartete Ausstellungseröffnung im Leopold-Hoesch-Museum am Sonntag war vielleicht nicht schön, möglicherweise nicht harmonisch, jedoch war sie sicher eines - spektakulär!

Mit Stolz präsentiert das Museum Werke der in New York lebenden Künstler Dirk Skreber und Zefrey Throwell, die beiden zierten sich nicht, gingen lässig unter die Leute und inszenierten eine Performance, die die Lager der Zuschauer spaltete.

„Wat is denn schön an nem brennenden Auto?” fragte fassungslos eine Besucherin, die aus der Marienkirche kam und einen Blick hinüber zum Eingang des Museums geworfen hatte. Da lag ein umgekippter Wohnwagen im Eingangsbereich, und jemand hatte eine Art Rauchbombe gezündet, die vor sich hin qualmte. Soviel zum ersten Eindruck.

Nachdem sich kräftige Rauchschwaden entwickelt hatten, musste die vordere Eingangstür geschlossen bleiben, denn sonst wären die Rauchmelder im Museum aktiv geworden! Und drinnen versammelten sich viele Gäste aus der Kunstszene und aus der Politik, als Verena Schloemer die Begrüßungsworte sprach. Sie sieht in den Arbeiten von Dirk Skreber eine „überwältigende Bildsprache” und findet die Bilder von Zefrey Throwell großartig. Sie dankte den Beiden, dass sie nun im Leopold-Hoesch-Museum ausstellen. Sabine Verheyen, Mitglied im Europäischen Parlament, zitierte Voltaire: „Alle Arten von Kunst haben ihre Berechtigung mit Ausnahme der Kunst, die langweilig ist.” Kunst könne Grenzen durchbrechen, auch die Grenzen unserer alltäglichen Erfahrungswelt.

Da ging Dr. Renate Goldmann, die Museumsdirektorin, noch weiter: „Störung liefert auch die Kunst.” Während sie die beiden Künstler und ihre Ausstellungen - „NDAA Nahtanz Hummer II” und „Sucked up in the devils bed” - vorstellte und andeutete, „die Bilder sprechen von Dekonstruktion und Konstruktion und von der totalen Zerstörung”, sprangen die beiden Hauptdarsteller auf, gaben ihr rechts und links Küsschen auf die Wange - und schritten im Nebenraum zur Tat: Die „Performance” begann, die Zerlegung eines eigens hierfür in den ersten Stock gebrachten alten Wohnwagens; mit brachialer Gewalt wurde er zerhauen, zerschlagen, dass die Fetzen flogen, das Ganze untermalt mit Wutgeschrei.

Die Kinder hatte man im Keller untergebracht, sie spielten kreativ. Und die Erwachsenen sahen zu und fotografierten. Einige ältere Damen gingen kopfschüttelnd vorbei, offenbar fehlte ihnen das Verständnis für dieses Happening. Jedoch nahm man sich auch Zeit zum Betrachten der Bilder, und hier gab es einiges Bemerkenswerte zu sehen: Mit Sonnenmilch auf Papier malte Zefrey Throwell; er nennt diese Bilder „Sunmilk Burns, Burns to the Bone”, und möglicherweise hat sich jemand bis auf die Knochen bräunen lassen: Scheinbar entspannt sitzt eine skelettartige Gestalt auf einer Bank.

Porträts verwirren

Verwirrend wirken die Frauenporträts von Dirk Skreber, er hat sie mit horizontalen Tesamoll-Streifen beklebt, was eine Distanz schafft. Das Werden und Vergehen der menschlichen Existenz, die Kriege der Jetztzeit, die Auseinandersetzung um Öl, um Landgewinn, um Drogen, das ökologische Desaster, dies sind die Themen, mit denen sich die beiden Künstler auseinandersetzen.

Bis zum 13. August kann man die Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum besuchen, sie ist montags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags bis 19 Uhr geöffnet.
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