Speed-Dating mit Politikern

Von: Sandra Kinkel
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Sozialarbeiter Peter Junker vom städtischen Jugendamt.

Düren. „Ich finde es wichtig, dass die Politiker auch die Kinder fragen, was sie wollen“, sagt Jannis Kuckertz (9) aus Düren. „Das tun sie aber nicht oft. Meistens kommen nur die Erwachsenen zu Wort.“ Dabei gehören freie Meinungsäußerung und Beteiligung auch zu den 54 Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention.

Am Donnerstag vor genau 25 Jahren wurden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, seitdem gilt der 20. November als „Tag der Kinderrechte“. Anlass für die „DN“ einmal nachzufragen, wie es in Düren mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aussieht.

Kinderparlament zwei Mal im Jahr

Zwei Mal im Jahr tagt in Düren das Kinderparlament. Jungen und Mädchen aus allen Dürener Grundschulen haben dann die Gelegenheit, Verwaltungsmitarbeiter und Bürgermeister Paul Larue mit Fragen zu bombardieren und ihre Anliegen vorzutragen. „Natürlich“, sagt Peter Junker vom Jugendamt der Stadt Düren, „sind die Anliegen, die die Kinder vortragen, oft ähnlich. Nicht selten geht es um defekte Toiletten oder Spielgeräte. Trotzdem ist das Kinderparlament für die Jungen und Mädchen wichtig.“ Die Kinder, so Junker weiter, fühlten sich ernst genommen. „Und es passiert ja auch wirklich etwas. Wenn die Kinder im Kinderparlament defekte Spielgeräte melden, gucken Mitarbeiter aus den entsprechenden Ämtern sich das an. Und machen so den Kindern deutlich, dass es sich lohnt, sich einzusetzen.“

Vor Jahren hat es in Düren auch ein Jugendparlament gegeben. Junker: „Irgendwann ging es aber nur noch darum, einen geeigneten Raum für die Abi-Feten zu finden. Das war uns dann irgendwann zu wenig.“ Trotzdem sollen die Jugendlichen einbezogen werden. Vor der Kommunalwahl hat es im Thomas-Morus-Haus „Speed-Dating“ mit Kommunalpolitikern gegeben, und auch am Masterplan-Prozess für die Innenstadt waren Schüler beteiligt. Peter Junker: „Unser Paradebeispiel für Partizipation von Jugendlichen ist die Skateranlage an der Antwerpener Straße. Hier ist eine Anlage genau nach den Vorstellungen der Jugendlichen entstanden. Und entsprechend gut wird diese Anlage von den Jugendlichen auch angenommen.“

Derzeit läuft darüber hinaus eine Online-Befragung von jungen Leuten ab 14 Jahren, die unter anderem nach ihrem Freizeitverhalten befragt werden. Mit den Ergebnissen dieser Befragung, die vermutlich erst im Januar vorliegen, sollen sich die Kommunalpolitiker in den entsprechenden Ausschüssen beschäftigen. Peter Junker: „Grundsätzlich wehren wir uns natürlich nicht gegen den Wunsch, wieder ein Jugendparlament einzurichten. Ich glaube aber einfach, dass es günstig ist, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, an konkreten Projekten mitzuarbeiten. Weil sie dann näher dran sind und sich besser damit identifizieren.“

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