Vettweiß - SPD Vettweiß: Königsweg Gemeinschaftsschule?

CHIO-Header

SPD Vettweiß: Königsweg Gemeinschaftsschule?

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:

Vettweiß. Vor sechs Jahren war die Welt in Vettweiß noch in Ordnung. Damals wurden zum Schuljahr 2005/2006 28 Kinder für die Hauptschule angemeldet.

Die Anmeldung für das kommende Schuljahr 2011/2012 läuft noch, aber die Zahlen versprechen sich dramatisch zu zu entwickleln. Im Schulentwicklungsplan der Gemeinde Vettweiß geht man von zwölf Kindern in der Eingangsklasse aus.

Die Prognose stammt noch aus dem Oktober - von einem Zeitpunkt also, als es noch die verbindliche Empfehlung der Grundschulen gab. Die ist aufgehoben; die Eltern können wieder frei entscheiden und ihr Kind beispielsweise auch dann an einer Realschule anmelden, wenn es eine Empfehlung für die Hauptschule hat.

Rat hat Informationspflicht

Das ist mit ein Grund, warum die Vettweißer SPD vermutet, dass die prognostizierten Zahlen eher noch zu hoch angesetzt sind. SPD-Vorsitzender Willi Küpper: „Ich befürchte, dass wir deutlich unter zehn Kindern für die Einstiegsklasse im neuen Schuljahr bleiben werden.”

Dass die SPD die seit Monaten unter Verschluss gehaltenen Zahlen jetzt doch öffentlich macht, erklärt Küpper so: „Der Rat hat eine Informationspflicht gegenüber den Bürgern.” Betrachtet man rein die Prognose des Schulentwicklungsplanes, dann dürfte das Aus für die Hauptschule längst besiegelt sein. Für das Schuljahr 2015/2016 geht man nur noch von acht Schülern aus - gefordert als Mindestzahl sind 18 Schüler in der Eingangsklasse.

Schon mit Schreiben vom 10. Februar hat die Bezirksregierung die Hauptschule angewiesen, „Anmeldungen zunächst nur entgegen zu nehmen und noch keine Aufnahmeentscheidung zu treffen”.

Viel wichtiger ist für die SPD noch eine andere Erkenntnis aus dem aktuellen Schulentwicklungsplan: Für eine Gemeinschaftsschule gäbe es derzeit einen Bedarf in Vettweiß von 53, in Nörvenich von 50 Kindern. Gemeinsam wäre sie also realisierbar. Küpper: „Die Hauptschule ist in beiden Gemeinden nicht zu retten.”

Als Königsweg sieht die SPD eine Gemeinschaftsschule, die an beiden Standorten angesiedelt sein könnte. Drei Jahrgänge in Vettweiß, die anderen drei in Nörvenich. „Das ist mit einem Schülerspezialverkehr zu regeln”, so Küpper, der die CDU auffordert, endlich „über ihren Schatten zu springen. Ansonsten droht uns die zwangsweise Zusammenlegung der Hauptschule”.

Gemeinschaftsschule für drei Jahre

Im bisher nicht veröffentlichten Schulentwicklungsplan der Gemeinde Vettweiß wurden gleich für drei Kommunen die Schülerzahlen für eine Gemeinschaftsschule ermittelt. Während Vettweiß und Nörvenich gemeinsam auf 104 Schüler kämen (nötig sind mindestens 69), könnte Kreuzau mit 83 Schülern rechnen.

Im Jahr 2014 sähen die Schülerzahlen für eine Gemeinschaftsschule allerdings deutlich anders aus: zwar liegen Vettweiß und Nörvenich dann mit 81 Schülern noch über der Mindestzahl, aber Kreuzau rutscht auf 58 ab - und läge dann unter der Mindestgrenze.

Der Gemeinde Kreuzau sind die von Vettweiß ermittelten Zahlen für eine Gemeinschaftsschule nicht bekannt. Allgemeiner Vertreter Walter Stolz: „Wir kennen den Schulentwicklungsplan von Vettweiß bisher nicht. Für uns ist allerdings der Schulentwicklungsplan des Kreises auch wichtiger.”

Kreuzau war eine der ersten Gemeinden im Kreis Düren, die dem Land gegenüber das Interesse zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule bekundet hat. Ein entsprechender Antrag wurde aber bisher nicht gestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert