SPD Inden besteht seit 100 Jahren

Von: jago
Letzte Aktualisierung:
100 Jahre SPD Inden: Im Rahmen
100 Jahre SPD Inden: Im Rahmen des Festakts mit Gastredner Martin Schulz (2.v.l.) wurden langjährige Mitglieder der Partei geehrt. Der Ortsvereinsvorsitzende Rudi Görke (l.) und Landtagsabgeordneter Peter Münstermann (r.) zählten zu den ersten Gratulanten der alten Genossen. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. Mit einem Festakt in der Indener Bürgerhalle hat der SPD-Ortsverein Inden sein 100-jähriges Bestehen begangen. Der Ortsvereinsvorsitzende Rudi Görke sah das Jubiläum als günstigen Anlass, sich „der langen Geschichte zu stellen”.

In Inden nahm der Werdegang der Partei ihren Anfang zu einer Zeit, als es viel Mut bedurfte, sich zu den Sozialdemokraten zu bekennen, wertete Görke die Initiative der „ehrenwerten, fleißigen Arbeiter”, die sich im Wilhelminischen Kaiserreich auf die Fahnen geschrieben hatten, soziale Gerechtigkeit für die arbeitende Bevölkerung zu erkämpfen.

In der Gegenwart angekommen, griff er die Spaltung der CDU-Fraktion im Indener Gemeinderat im vergangenen Jahr auf und sah im Gegensatz dazu die verlässlich agierende SPD im Aufwind.

Es sei nicht zuletzt eine Folge der Verdienste der Genossen, dass die Gemeinde Inden einiges zu bieten habe. „Darum werden wir die nächste Kommunalwahl gewinnen”, zog er unter dem Beifall seiner Parteifreunde ein zuversichtliches Fazit.

In einem Grußwort bestätigte der parteilose Bürgermeister Ulrich Schuster dem Jubilar, ihm stets ein verlässlicher Partner gewesen zu sein und schloss seinem Lob den Aufruf an: „Seien Sie innovativ, machen Sie weiter wie bisher.”

Dass in Zukunft große Anstrengungen notwendig sein werden, war Schusters Kritik zu entnehmen: „Wenn in einer Gemeinde wie Inden sich eine defizitäre Haushaltsentwicklung abzeichnet, ist das ein Zeichen dafür, dass die kommunale Finanzierung nicht mehr stimmt.”

Als prominenten Gastredner hatten die Indener Sozialdemokraten keinen Geringeren als Martin Schulz, den Präsidenten des Europäischen Parlaments, gewonnen. Schulz erinnerte an die Geschichte der SPD, die im kommenden Jahr 150 Jahre alt wird und auf Grund ihrer Verdienste als eine der bedeutendsten demokratischen Parteien weltweit gelte.

„Der Kampf um die Gleichberechtigung in allen Belangen ist ewig jung, deshalb sind wir eine alte Partei mit jungen Idealen”, fasste der Europapolitiker die Ideale der SPD zusammen.

Mit dem Hinweis darauf, dass eine neue Verwaltungseinheit nicht „die Identität einer Gemeinde ersetzen” könne, schlug Schulz den Bogen zur lokalen Situation. Hier kenne man das Gefühl, was es bedeute, der Gefahr entwurzelt zu werden, ausgesetzt zu sein.

Bemerkenswert kämpferisch attackierte der Würselener eine Regierung, die sich der Einführung einer Finanztransaktionssteuer widersetze, der die Rettung von Finanzjongleuren wichtiger sei als Solidität der kommunalen Finanzen.

Ebenso wie Bürgermeister Schuster zeichnete er die Vor-Ort-Situation in dramatischen Bildern: „Ich habe eben schockiert gehört, dass eine Gemeinde wie Inden ohne großartige Zuschussanlagen wie etwa ein kostenintensives Schwimmbad ein strukturelles Defizit verzeichnen muss. Die permanente Aushöhlung der kommunalen Finanzen ist ein Angriff, der unsere gesamte Demokratie in Gefahr bringt.”

Weitere Aspekte in Schulz umjubelter Rede galten dem Versuch des politischen Gegners, die Sozialdemokraten im Lauf der Geschichte immer wieder wie im Kaiserreich als „vaterlandslose Gesellen” zu diffamieren und den Genossen um Otto Wels, die am 23. März 1933 im Reichstag geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz der Nazis gestimmt hatten: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.”

Zum Abschluss des Festakts wurden langjährige Mitglieder für ihre Treue zur Partei und ihren Einsatz im Interesse der kommunalen Gemeinschaft geehrt. Johann Freialdenhoven ist seit 50 Jahren Genosse

Die Indener SPD hat zahlreiche Mitglieder für ihre Treue zur Partei ausgezeichnet. Seit 50 Jahren ist Johann Freialdenhoven Genosse. Seit 25 Jahren sind Angelika Hass, Edith Janus-Braun, Klemens Krahforst, Robert Lontzen, Therese Pastor und Josef Spiegelmacher Mitglied, seit 40 Jahren Franz Heesen, Maria Kriebel, Hans-Gerd Kriebel, Günter Langendörfer, Hedwig Lotz, Dieter Müller, Ulrich Pelzer und Norbert Wolff.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert