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SPD denkt über Stadtteilschule in Gürzenich nach

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:

Düren. Angesichts rückläufiger Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen fordert die Dürener SPD ein Umdenken in der Stadt.

„Wir müssen in Düren etwas verändern”, sagt Dagmar Nietan, die schulpolitische Sprecherin. Fraktionschef Henner Schmidt sagt, dass die Stadt dem Umstand, dass 32 Prozent aller Kinder in Düren als arm gelten, „endlich Rechnung tragen muss”.

Dass es einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Verhältnissen und Bildungschancen gebe, sei unumstritten, so Schmidt. Der Sozialdemokrat begrüßt deshalb „ausdrücklich ein Projekt, das jetzt in Gürzenich angedacht wird”. In einem Modellversuch könnten Grund- und Hauptschule zusammenarbeiten, als so genannte Stadtteilschule.

Möglichst lange gemeinsame Unterrichtszeiten, weit über das vierte Schuljahr hinaus, seien ein Vorteil dieser Schulform, zudem die Verankerung im Stadtteil, so die beiden Sozialdemokraten. Welcher Schultyp der weiterführende Teil dann sei, müsste noch geklärt werden. Denkbar sei eine Sekundarschule, auf der Haupt- und Realschulabschluss, über Kooperationen aber auch das Abitur möglich sind.

„Es geht jetzt darum, das Thema anzuwerfen und Gedanken zu entwickeln”, sagt Fraktionsvorsitzender Schmidt in Absprache mit der Gürzenicher Grundschulleitung. Die SPD wird im Rat beantragen, dass die Voraussetzungen für so eine Stadtteilschule von Experten geprüft wird. Kosten: 50.000 Euro. Unter anderem müsse untersucht werden, wie der Bedarf ist. An der Stadtteilschule wäre Ganztagsunterricht ab dem 3. Schuljahr verpflichtend. Bisher ist der Nachmittag an den Offenen Ganztagsgrundschulen in Düren freiwillig.

Außerdem könnten Einrichtungen wie die Gürzenicher Bücherei in den beiden direkt nebeneinander liegenden Schulgebäuden untergebracht werden. „Oder die Altenstube”, ergänzt Schmidt. Schule solle im Ortsteil viel mehr als jetzt verankert sein.

Dass längeres gemeinsames Lernen erfolgreicher ist, steht für Schulpolitikerin Dagmar Nietan außer Frage. Genügend Studien würden dies belegen. Allerdings fehle es am „politischen Willen von CDU und FDP”. „Die Mehrheit in Düren hält stur am dreigliedrigen System fest.” Dass der im vergangenen Jahr erstellte Schulentwicklungsplan in Düren zwei bis drei Sekundarschulen vorschlage, würde von der Koalition völlig ignoriert.

Welche Schulen in Düren künftig geschlossen werden müssten, könnte die SPD derzeit nicht sagen. Dies bedürfe einer sorgfältigen Prüfung. Dass sich aber die Schullandschaft verändern werde, stehe fest. „Wir werden in Düren auch nicht alle fünf Dürener Gymnasien halten können”, sagten Nietan und Schmidt. Die Schülerzahlen gingen auch in Düren zurück. Die Kommunen „haben viele Handlungsspielräume”, sagte Henner Schmidt, „nun geht es darum, endlich neue Wege zu beschreiten.”
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