Düren - Spannende Geschichten: Sechstklässler beim Vorlesewettbewerb

Spannende Geschichten: Sechstklässler beim Vorlesewettbewerb

Von: Christina Hustedt
Letzte Aktualisierung:
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Junge Vorleser stellen sich der Jury: Zwölf Kinder haben jetzt den Sieger beim Vorlesewettbewerb in der Stadtbücherei unter sich ausgemacht. Mit ihnen fieberten Organisator Klaus Goslich und Verena Schloemer vom Förderverein der Bücherei (v.l.). Foto: Hustedt

Düren. Jonas Becker war der erste, den Klaus Goslich auf den roten Stuhl bat. Mit ernstem Gesicht nahm der Elfjährige vor Jury, Mitbewerbern und Publikum Platz und begann zu lesen. Fehlerfrei und gut betont las er aus dem Jugendkrimi „Gefährliches Vertrauen“ von L.R. Stine vor. Jonas ist einer von zwölf Schülern der sechsten Klassen Dürener Schulen, die sich für die Kreisausscheidung des bundesweiten Vorlesewettbewerbs qualifiziert hatten.

Am Mittwochnachmittag wurde es in der Dürener Stadtbücherei ernst für die Jungen und Mädchen. In zwei Durchgängen stellten sie sich einer siebenköpfigen Jury um den Lehrer und Organisator Klaus Goslich. Im ersten Durchgang durften die Kandidaten drei Minuten lang eine Passage aus einem selbst ausgewählten Buch vorlesen. „Ich war schon sehr aufgeregt“, gab Jonas hinterher zu.

Auch Mutter Sandra Becker war nervös, als Jonas vor die Jury trat, und entsprechend stolz, dass er seine Aufgabe gut gemeistert hat. In der Klasse habe seine Lehrerin zur Teilnahme am Wettbewerb aufgerufen, erzählte Jonas, der die Anne-Frank-Gesamtschule besucht. „Lesen macht mir Spaß, und ich dachte, anderen vorzulesen könnte cool sein.“ Mit seinem Lesetalent qualifizierte sich der Elfjährige für den Kreiswettbewerb.

Wie Jonas entschieden sich mehrere Schüler für spannende Krimis, aber auch Jugendbuch-Klassiker wie „Momo“ von Michael Ende oder „Damals war es Friederich“ von Hans Peter Richter. Bewertet wurden Lesetechnik wie Tempo, Aussprache und sinngemäße Betonung, die Interpretation der Textpassage und die Textauswahl. In der zweiten Runde wurde es noch anspruchsvoller, denn die Wettbewerber mussten aus einem unbekannten Buch vorlesen, in diesem Fall „Tschitti – das Wunderauto fliegt wieder“ von Frank Cottrell Boyce.

Knappe Entscheidung

Dabei war es natürlich viel schwieriger, flüssig zu lesen und dabei auch noch sinnvoll zu betonen. Alle zwölf Schüler haben ihre Aufgabe toll gemeistert. Die Entscheidung fiel am Ende knapp aus.

Justus Reimer von der Heinrich-Böll-Gesamtschule ist eine Runde weiter und vertritt den Kreis Düren beim Landesentscheid für Nordrhein-Westfalen. Mehr als 600.000 Kinder aller Schularten hatten sich dieses Jahr am 55. Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels, dem größten bundesweiten Lesewettbewerb, beteiligt. Seit 1990 organisieren in Düren der sozialpädagogische Dienst im Jugendamt und die Stadtbücherei die Schülerwettbewerbe.

Sinn des Vorlesewettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren und die Freude an Büchern zu wecken. Neben dem Textverständnis und der Lernfähigkeit sollen Selbstbewusstsein, Medienkompetenz und Eigenständigkeit unterstützt werden.

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