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Sonne und Wind wichtiger denn je

Von: Margret Vallot
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Ingo Vosen von den Stadtwerken in Düren nennt Fukushima „eine Menschheitskatastrophe, deren Folgen erst in Jahrzehnten erfasst und erforscht sein werden”.

Düren. „Fukushima ist nicht vorbei, Fukushima findet jetzt immer noch statt.” Ingo Vosen von den Stadtwerken in Düren nennt Fukushima „eine Menschheitskatastrophe, deren Folgen erst in Jahrzehnten erfasst und erforscht sein werden”.

Er ist davon überzeugt, dass nach der Katastrophe auch die Stadtwerke in Düren (SWD) ihren Teil dazu beitragen können und müssen, die Energiewende herbeizuführen.

Aber wie soll das geschehen? „Nur Schnarchnasen sind erst mit Fukushima aufgewacht”, findet Vosen deutliche Worte. Die Stadtwerke hätten schon lange vor dem Super-Gau in dem japanischen Kernkraftwerk auf Energiesparen und auf regenerative Energien gesetzt. „Mitte 2010 ging es los”, erinnert sich der Mann, der Kernenergie auch deshalb ablehnt, weil eine so gefährliche Technologie „praktisch nur in einem Polizeistaat” vor terroristischen Anschlägen und Übergriffen komplett geschützt werden könne.

Vosen muss nicht lange überlegen, wenn man ihn nach der Energiewende befragt, und was sie ausgelöst hat. „Wir haben damals den Naturstrom billiger gemacht”, erinnert er sich. Aber zunächst nennt er Maßnahmen, die seit Fukushima eine besondere Bedeutung bekommen haben: Industriekunden und Privatkunden werden in Düren umfassend beraten, um den Energieverbrauch zu verringern und zu effektivieren. Dafür wurde eigens mehr Personal eingestellt. Nicht zuletzt wurden sogar Energiespar-Scouts eingesetzt um denen zu helfen, die beim sinnvollen Einsatz von Energie überfordert seien.

Die Stadtwerke betreiben beim DSB eine Holzschnitzelanlage, die Energie produziert. Desgleichen die Blockheizkraftwerke in den Krankenhäusern von Lendersdorf und Birkesdorf. Auch das Wasserwerk an der Pleußmühle produziert Strom - für 80 Haushalte. Kommenden Montag werde in Kreuzau eine Photovoltaikanlage übernommen, die Strom für 50 Haushalte produziert, 2011 habe man auch auf dem eigenen Dach eine solche Anlage installiert und eine andere vergrößert.

Ein halbes Jahr nach Fukushima wurde in Düren die Rurenergie GmbH gegründet (von Kreis Düren, Sparkasse und SWD), die den Solarpark in Inden, den größten in ganz Nordrhein-Westfalen, inzwischen errichtet hat. Diese Anlage versorgt etwa 1000 Haushalte mit Strom. Die Rurenergie habe sich jetzt dem Ausbau der Windenergie gewidmet. Wind- und Solarenergie seien im Bereich der regenerativen Energien die bevorzugten Arbeitsgebiete.

Vosen erklärt, die Zusammensetzung des normalen Stroms habe sich seit dem März 2011 „dramatisch verändert”. Der Anteil im sogenannten grauen (normalen) Strom, der in Atomanlagen produziert wird, sei drastisch gesunken. Der „Naturstrom”, den sein Unternehmen anbiete, werde zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen und sei „nur zwölf Euro teurer als normaler Strom”, dazu noch TÜV-zertifiziert. Und: Jeder Kunde könne selbst bestimmen, mit welcher Energie er beliefert werde. 20 Prozent des Stroms, der in Düren verbraucht wird, „kommt aus regenerativen Energien”, sagt Vosen und auch, im europaweiten Vergleich sei das viel.

Klar, die Stadtwerke sind mittendrin dabei, wenn es um die Energiewende geht. Doch Vosen hat auch Bedenken. „Die Kunden müssen mitziehen”, sagt er und auch die Politik. Speziell Letztere müsse sich vom Kirchturmdenken verabschieden. Die Politiker müssten mit Bürgern, die sich über Windräder und verbaute Aussichten ärger, „Konflikte lösen und aushalten”.
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