So sichern sich die Gemeinden ihre Schulstandorte

Von: Margret Vallot
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Gemeinsam stärker: Die Grundschulen in den Dürener Stadtteilen Niederau und Lendersdorf bilden angesichts rückläufiger Schülerzahlen einen Verbund. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Im Schulentwicklungsplan des Kreises Düren ist es in Form eines großen Zahlenwerks dokumentiert: In den nächsten Jahren werden landauf, landab immer weniger Kinder die hiesigen Schulen besuchen. Haupt- und Realschulen werden deshalb schon zu Sekundarschulen zusammengelegt. Doch wie sieht es bei den Grundschulen aus?

In Kreuzau hat der Schulausschuss jüngst ein Signal gegeben: Er rät dem Rat der Gemeinde, die Grundschulen von Kreuzau und Drove zusammenzulegen und im Verbund zu führen. Ziel: den Standort Drove zu erhalten. Das bedeutet, es handelt sich demnächst um eine Schule mit zwei Standorten.

Mit diesem Verfahren hat man in Kreuzau gute Erfahrungen gemacht: Auch die Standorte Winden und Obermaubach blieben erhalten, weil sie schon zum Schuljahr 2006/07 zu einer Verbundschule zusammengelegt wurden. Die Schule in Stockheim wird mit Blick auf das neue Baugebiet Marieneiche, wo aller Voraussicht nach in Kürze etwa hundert Familien hinziehen werden, allein geführt.

Die Zusammenlegung von zwei Schulen an zwei Standorten zu einer Verbundschule bedeutet, laut Guido Steg in Kreuzau, keinesfalls, dass weniger Menschen nach Kreuzau ziehen. „Es bedeutet nur, dass Menschen nach Kreuzau ziehen, die keine Kinder haben“, sagt der Fachmann. Menschen ziehen beispielsweise in die Seniorenwohnanlage Friedenau und bewirken, das die Einwohnerzahl von Kreuzau konstant bleibt.

In Hürtgenwald sieht es schlimmer aus. Für einen Teilstandort müssen normalerweise mindestens 46 Kinder zusammenkommen. Die Schule in Bergstein ist da eine große Ausnahme, sie darf nämlich nur mittels Sondergenehmigung (2008 von Bezirksregierung und Kreis Düren erteilt) auch mit nur 30 Kindern existieren. Und zwar im Verbund mit der Grundschule in Vossenack. „Wie lange diese Sondergenehmigung noch gewährt wird, wissen wir nicht“, sagt Jürger Riester, der im Rathaus in Kleinhau für Schulen zuständige Sachbearbeiter.

Im Rat von Hürtgenwald wurde schon oft diskutiert, ob die Schule in Bergstein noch „wirtschaftlich sinnvoll“, wie es immer hieß, zu führen sei. Derzeit besuchen 47 Kinder diese Schule, „und die Statistik sagt uns, dass der Bestand für die kommenden sechs Jahre gesichert ist“, sagt Riester. Es gibt in Bergstein nur zwei Klassen, die Kinder werden jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Grundschule in Vossenack wird von 89 (zusammen mit Bergstein: 136 Kinder) und die Grundschule Gey von 141 Kindern besucht.

Nach neuer Gesetzeslage muss eine Grundschule mindestens 92 Kinder haben. In Düren gibt es 18 Grundschulen, davon nur eine im Verbund. Es sind die Schulen in Lendersdorf und in Niederau. Der Bestand dieser Schule sei, so teilte der Leiter des Schulamtes in Düren, Dirk Keimes, auf Nachfrage mit, in den kommenden Jahren „noch gesichert“. In Niederau gibt es vier Klassen mit 88 Kindern und in Lendersdorf sogar acht Klassen mit 172 Jungen und Mädchen.

Was andernorts ein Teilstandort ist, ist in Heimbach eine komplette selbstständige Grundschule: In Heimbachs Grundschule gehen 163 Kinder in acht Klassen. Die Grundschule ist zweizügig. Peter Boje, zuständig für die Schulentwicklungsplanung, zur Überlebensfähigkeit dieser Schule: „Unsere Schule hat laut Schulentwicklungsplan mindestens noch sechs bis zehn Jahre Bestand, und das sogar bei Einzügigkeit. Das sichert uns das Landesschulgesetz zu.“

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