Heimbach - So jung war noch kein Stipendiat bei den „Spannungen”

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So jung war noch kein Stipendiat bei den „Spannungen”

Von: Sandra Kinkel
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„Ich will einfach nur musizieren”. Aaron Pilsan ist mit seinen 14 Jahren der jüngste Stipendiat in der Geschichte des Kammermusikfestivals „Spannungen” in Heimbach. Foto: Sandra Kinkel

Heimbach. Aaron Pilsan - den Namen muss man sich merken. Zumindest Freunde der Klaviermusik sollten das tun. Der 14-jährige Junge aus dem österreichischen Dornbirn ist der jüngste Stipendiat, den das Kammermusikfestival „Spannungen” in Heimbach je hatte.

Und hat bei seinen ersten beiden Konzerten beim Publikum wahre Begeisterungsstürme hervorgerufen.

Seit vier Jahren vergibt der Kunstförderverein im Rahmen von „Spannungen” jedes Jahr ein bis zwei Stipendien, Preisträger sind unter anderem Alexej Gorlatch, Marie-Elisabeth Hecker und Veronika Eberle, die in diesem Jahr auch wieder mit von der Partie ist. Stipendiaten wie Aaron Pilsan bekommen ein Jahr lang jeden Monat 500 Euro und zudem Anreise sowie Kost und Logis in Heimbach.

„Was die Auswahl der Stipendiaten angeht”, so Lars Vogt, Pianist und künstlerischer Leiter des Festivals, „spreche ich mich mit den Musikern, die in Heimbach sind, ab.” Bei Aaron ist Vogt und seinen Kollegen die Wahl leicht gefallen: Der Schüler der achten Klasse eines Gymnasiums ist nicht nur außerordentlich begabt, er studiert auch bei Professor Karl-Heinz Kämmerling am Institut für Hochbegabtenförderung am Mozarteum in Salzburg. Kämmerlin war viele Jahre auch Vogts Lehrer. „Wir wollen uns hier in Heimbach nicht abschirmen”, so Lars Vogt, „sondern auch offen sein für die junge Generation. Hier trifft sich die Top-Musiker-Familie Deutschlands. Und da wollen wir jungen Leuten die Gelegenheit geben, mitzumachen.”

Aaron Pilsan, der in seiner Freizeit Schach im Verein spielt, genießt die Zeit in Heimbach sehr. „Es ist toll, hier mit den ganzen Künstlern zusammen zu sein. Und ich kann einfach sehr viel lernen. Klar, dass ich mir alle Konzerte anhöre.” Mit fünf Jahren hat Aaron Pilsan angefangen, Klavier zu spielen, seit zwei Jahren fährt er zudem mehrmals im Monat neun Stunden (Hin- und Rückfahrt) mit dem Zug nach Salzburg, um mit Professor Kämmerling am Mozarteum zu arbeiten.

Bei einem Österreich-weiten Klavierwettbewerb eines Klavierbauers hat er einen Flügel gewonnen, im vergangenen Jahr hat er mit der Gesellschaft für Musikfreunde Bregenz sein erstes Orchesterkonzert gegeben. Was ihn am Klavier so sehr reizt, kann Aaron nicht genau erklären. „Aber es ist etwas ganz Besonderes, selbst Musik zu machen.”

Da stört es den 14-Jährigen auch nicht, dass er täglich mehrere Stunden üben muss und auch in der Schule oft fehlt, wenn er Konzerte spielt oder an Meisterkursen teilnimmt. „Das gehört dazu.” Trotz seines jungen Alters fühlt sich Aaron bei seinen Musikerkollegen „voll akzeptiert”. „Alle, die bei Spannungen mitmachen”, bestätigt Lars Vogt, „sind Kollegen. Aaron muss zwar noch viel lernen, aber das müssen wir eigentlich doch alle.”
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