Simonskall: Alte Brücke wird für 275.000 Euro saniert

Von: mv
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Hier werden Bruchsteine erneue
Hier werden Bruchsteine erneuert: Die kleine Kallbachbrücke ist ein prominentes Bauwerk, das nicht verfallen soll. Foto: Margret Vallot

Hürtgenwald. Zwei Bauarbeiter haben zur Zeit mit diversen Autofahrern ihre liebe Not. Die Fahrer können nicht erkennen, dass an der Kallbachbrücke bei Simonskall massiv gearbeitet wird. Sie räumen deshalb Hindernisse beiseite und versuchen, trotz Durchfahrtsverbot die Brücke zu passieren.

„Dabei haben wir große Hinweisschilder aufgestellt, alles ordnungsgemäß”, sagt Norbert Siepen aus Rölsdorf, der mit der Reparatur des prominenten Bauwerks befasst ist.

Die Kallbachbrücke gehört zu den außergewöhnlichen Brücken im Rheinland. Sie wurde vermutlich 1934 errichtet. 1945 zerstörten die Amerikaner sie zu einem großen Teil. Schon 1948/49 wurde sie in ihrer heutigen Form wieder aufgebaut, wobei man die alten Fundamente mitverwendete.

Anfang der 70er Jahre zeigten sich zunehmend Schäden. So wies das Bruchsteinmauerwerk erhebliche Erosionsschäden in Form von offenen Fugen und losen Steinen auf. Das Gewölk war damals stark durchfeuchtet. Das ergaben Untersuchungen, die das Fraunhofer IRB anstellte und im Internet veröffentlichte.

Schon 1982 gab es eine umfangreiche Sanierung. Und ab dem 1. Juli diesen Jahres muss nun nochmals repariert werden. Norbert Siepen bringt es auf die kurze Formel: „Wenn wir jetzt nichts machen, ist bald keine Brücke mehr da”. Das, erzählt Siepen in einer Arbeitspause, sage er auch Autofahrern, die ankommen und ratlos fragen, wie sie denn jetzt nach Simonskall gelangen können.

Eine Bauzeit von drei Monaten hatte der Landesbetrieb Straßenbau zunächst vorgesehen. Aber: „Die schlimmste Stelle haben wir noch nicht geöffnet, wir wissen nicht, was uns da erwartet.” Projektleiter Dipl.-Ing. Arnd Meyer vom Landesbetrieb rechnet mit Überraschungen.

275.000 Euro werden die Arbeiten voraussichtlich kosten, wenn sich nicht weitere Schäden offenbaren. Auf beiden Seiten müssen in der Bruchsteinmauer etliche Steine ersetzt werden. Außerdem war die Brüstungshöhe zu niedrig, sie entsprach nicht mehr der vorgeschriebenen Norm.

Das Bauwerk überspannt die Kall und ein kleines, sehr tiefes Tal. „Radfahrer lassen wir noch durch und auch Rollerfahrer”, erzählt Siepen. An den Wochenenden ließen sich Motorradfahrer nicht abhalten. Nur die Autofahrer werden um Verständnis gebeten: Sie müssen lange Umwege in Kauf nehmen, um nach Simonskall zu gelangen.

Kurios: Die eine Hälfte der Brücke gehört zum Kreis Düren, die andere zur Städteregion Aachen. Auf der Düren abgewandten Seite nimmt die Straßenmeisterei von Simmerath die Gelegenheit wahr und fällt Bäume, die zu groß wurden, um weiter am Straßenrand stehen zu bleiben.

Noch einige Daten zur Brücke: Ihr einziger Bogen hat eine lichte Weite von 7,30 Meter und eine Höhe im Scheitel über der Bachsohle von 7 Meter. Der Bogen im Scheitel ist 65 Zentimeter dick, im Übergangsbereich zu den Fundamenten 1,10 Meter. Zwischen den Brüstungen ist die Brücke 8,80 Meter breit, die Gehwege sind je 90 Zentimeter breit, und die Fahrbahn ist 7 Meter breit.
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