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Seltene Ausnahme in einer der letzten Frauendomänen

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
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Manfred Flossdorf ist der einzige Mann unter den rund 200 Frauen, die in den 22 Kindergärten des Kreisverbandes Düren der Arbeiterwohlfahrt tätig sind.

Düren. In fast allen Berufen ist es inzwischen selbstverständlich, dass Frauen und Männer zusammen arbeiten. Die Erziehung im Kindergarten ist aber immer noch eine „Frauendomäne”.

Manfred Flossdorf macht vor dem diesem Hintergrund eine rühmlich Ausnahme. Der 48-Jährige ist der einzige Mann unter den rund 200 Frauen, die in den 22 Kindergärten des Kreisverbandes Düren der Arbeiterwohlfahrt tätig sind.

Flossdorf leitet den Kindergarten St. Brigida in der Wittenauer Straße in Rölsdorf. Ihm stehen sechs weibliche Voll- und Teilzeitkräfte zur Seite. Allein unter Frauen - ist das nicht schwierig? „Ganz und gar nicht”, sagt Flossdorf. „Wir arbeiten hier prima zusammen.”

Elfriede Nöldgen, die bei der Arbeiterwohlfahrt als Fachberaterin für die Kindertageseinrichtungen, die Offenen Ganztagsschule und das Jugendfreizeitheim der AWO tätig ist, ergänzt: „Es wäre schön, wenn mehr Männer in den Kitas tätig werden. Eine männliche Bezugsperson ist gut für die Kinder und tut auch dem ganzen Team gut.”

„Manni”, wie in die Kinder und auch die Kolleginnen vertraut nennen, hat nach dem Schulabschluss die Fachschule für Erziehung besucht. „In meiner Klasse war ich der einzige Mann”, merkt Flossdorf an.

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Frauen und Männern habe sich bis heute nicht wesentlich geändert. Nach dem Examen hat der Erzieher lange Zeit das Jugendfreizeitheim der AWO in Düren geleitet, bevor er in die Hortarbeit im „Regenbogen” in Rölsdorf wechselte.

Nach der Übernahme des bisher katholischen Kindergartens St. Brigida durch die AWO ist er zu dessen Leiter berufen worden. Hier hat er es im Gegensatz zu seinen bisherigen Tätigkeiten auch mit kleineren und - in der altersgemischten Gruppe - auch mit ganz kleinen Kindern zu tun. Und das macht ihm nach eigenen Angaben „auch sehr viel Spaß”.

Flossdorf, selbst Vater eines inzwischen 18-jährigen Sohnes, hat kein Problem damit, wenn er hin und wieder Windeln wechseln muss oder Kinder - Mädchen wie Jungen - sich an seiner Schulter ausweinen.

Elfriede Nöldgen: „Männer gehen viele Dinge anders an als Frauen. Sie reagieren meistens nicht so emotional, sind vielfach in Diskussionen sachlicher und lassen es eher zu, dass Kinder sich auch schon mal in die Haare geraten. Freilich tendieren die Kolleginnen auch manchmal dazu, das ,starke´ Geschlecht bei handwerklichen Arbeiten mehr zu fordern und wie selbstverständlich erwarten, dass der Mann die schweren Mülltonnen vor den Kindergarten schleppt. Manfred Flossdorf kann ein Lied davon singen”.

Warum gibt es so wenig Kindergärtner? „Das liegt zum einen sicher an den geringen Verdienstmöglichkeiten. Damit kann man kaum eine Familie ernähren”, sagt die Fachfrau.

„Andererseits erfährt die Arbeit im Kindergarten in der Öffentlichkeit kaum Wertschätzung, während gleichzeitig immer höhere Erwartungen gestellt werden und die Belastungen ständig steigen. Ich denke da nur an den ausufernden Papierkrieg.”
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