Seit 43 Jahren als Weihnachtsmann unterwegs

Von: Sandra Kinkel
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Der Langerweher Kurt Gielgen zieht dieser Tage wieder sein Nikolaus-Kostüm mit Bischofsmütze an. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Einmal, da hat Kurt Gielgen bei einer Nikolausfeier über 20 Schnuller eingesammelt. „Ein paar von einem einzigen Mädchen. Anschließend habe ich der Mutter sicherheitshalber einen wieder zurück gebracht. Aber das Kind brauchte sie nicht mehr.“ Kurt Gielgen schmunzelt. Der Heilige Nikolaus mit Mitra und dem goldenen Buch hat eben immer noch Gewicht. Heute übrigens fast genau so wie vor 43 Jahren.

Es war nämlich 1969 als Kurt Gielgen, damals gerade einmal 26 Jahre alt, zum ersten Mal für die Kinder der Sebastianus-Schützenbruderschaft den Nikolaus gespielt hat. „Ich habe diese Aufgabe von meinem Vater geerbt“, erzählt der heute 69-Jährige. „Der hat damals den Nikolaus für den Liederkranz Langerwehe und die Schützen gemacht und wurde in einem Jahr krank, so dass er den zweiten Auftritt nicht mehr übernehmen konnte. Seitdem bin ich der Nikolaus.“

Mit viel Herzblut und Engagement. In 43 Jahren Nikolaus-Dasein hat Kurt Gielgen nur ein einziges Mal gefehlt, anfangs hat er neben den Kindern von Liederkranz und Schützen in der Vorweihnachtszeit auch die des TuS 08 Langerwehe und des Judo-Clubs besucht, heute ist er „nur“ noch bei den Schützen, den Messdienern und dem Kirchenchor, dessen Vorsitzender er übrigens seit 1970 ist, aktiv. Anfangs hat Gielgen sich stark dafür eingesetzt, dass auch die Ausländerkinder zu den Nikolausfeiern eingeladen wurden. „Ich war Verkaufsleiter und Prokurist bei einer großen Fabrik in Langerwehe. Hier haben viele Italiener gearbeitet. Deren Kinder habe ich immer mit eingeladen.“ Es ist Gielgen wichtig, „dass ich ein richtiger Bischof bin und kein amerikanischer Weihnachtsmann“.

Rund 30 Jungen und Mädchen sind bei den Weihnachtsfeiern der Schützen immer da und warten auf den Nikolaus. Zu viele, um über jeden eine persönliche Begebenheit zu erzählen. „Ich habe selbst drei Söhne“, sagt Kurt Gielgen. „Und als die noch klein waren, konnte ich natürlich aus dem Vollen schöpfen, weil ich genau wusste, welche Wünsche Kinder hatten, und welche Fernsehsendungen gerade in waren. Heute frage ich zuerst, welches Kind schon ein Handy hat.“ Klar, dass der Nikolaus sich heute wie damals ein Gedicht vortragen lässt, manche Kinder malen sogar ein Bild. „Bei den kleinsten Kindern ist es am Schönsten“, sagt Gielgen. „Heute glaubt kein Junge oder Mädchen über acht Jahren mehr an den Nikolaus.“

Kurt Gielgen ist ein begeisterter Ehrenamtler. Seit 1964 singt er im Kirchenchor, sechs Jahre später wurde er dessen Vorsitzender und ist es bis heute geblieben.

Gielgen ist Vorsitzender des Orgelbauvereins und Mitglied im Pfarrgemeinderat. Zudem steht der dem Zusammenschluss der Interessengemeinschaft der Langerweher Ortsvereine vor. „Ich war nie scharf auf ein Ehrenamt“, sagt er. „Das hat sich einfach so ergeben. Wir hatten eine gut funktionierende katholische Jugend hier in Langerwehe. Daraus hat sich das einfach so entwickelt.“

Als Nikolaus hat Gielgen in der Töpfergemeinde übrigens fast schon eine kleine Berühmtheit entwickelt. „Ich war mal bei einer Weihnachtsfeier, wo auch ein Nikolaus aufgetreten ist. Der hat die Kinder gefragt, ob sie denn wüssten, wer der Nikolaus sei. Da hat ein Mädchen sich gemeldet und gesagt: ‚Der Nikolaus, das ist der Herr Gielgen.’“

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