Niederzier - Schwimmbecken Hambach: Sanierung kostet Hunderttausende

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Schwimmbecken Hambach: Sanierung kostet Hunderttausende

Von: Jörg Abels
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Seit dem irreparablen Ausfall der Lüftungsanlage ist das Lehrschwimmbecken geschlossen. Eine Detailanalyse hat ergeben, dass die Sanierung des maroden Bades mehr als 335 000 Euro kosten würde. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Nüchtern betrachtet spricht nicht viel für den Erhalt des 45 Jahre alten Lehrschwimmbeckens an der Grundschule Hambach: Um die vorhandenen Schäden an den Fließen und der Innendecke zu beheben und die Fenster zu ersetzen, müsste die Gemeinde Niederzier allein rund 175.000 Euro in die Hand nehmen.

Nicht eingerechnet sind Wärmedammmaßnahmen im Umfang von gut 60.000 Euro und die Reparatur der Schwimmbadtechnik, die eher mehr als die bislang angesetzten 100.000 Euro kosten würde, für die eine angefragte Fachfirma angesichts unkalkulierbarer statischer Risiken aber überhaupt kein Angebot abgeben will.

Dass der Wasserspiegel nach einer Sanierung nicht mehr wie bisher für den Unterricht der Grundschüler von 135 auf 75 Zentimeter abgesenkt werden kann, sei nur am Rande erwähnt. Schon heute jedoch kann der Schwimmunterricht der vier Grundschulen der Gemeinde problemlos im flacheren Lehrschwimmbecken Huchem-Stammeln stattfinden; und die Zahl der Kinder geht in den kommenden Jahren stark zurück.

Aber die nüchternen Zahlen und Frage der Sinnhaftigkeit einer solchen Investition in Zeiten knapper Kassen ist längst in den Hintergrund getreten Seit die CDU Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) vorgeworfen hat, mit dem Aus des Schwimmbeckens einen ersten Schritt zur Schließung des Grundschulstandortes anzustreben und ohne Detailkenntnisse bereits im Ort Unterschriften zu sammeln, ist das Klima im Vorfeld der Bürgermeisterwahl im November emotional belastet.

„Mich als ‚Totengräber der Hambacher Schule‘ hinzustellen, bezeichne ich als geschmacklos und höchst populistisch“, verwies Heuser im Bauausschuss darauf, dass der Forstbestand der Grundschule Hambach einzig und allein von der Zahl künftiger Erstklässler abhängt. Die Genehmigung der Bezirksregierung Köln, den Standort als Dependance von Niederzier aufrechtzuerhalten, endet, wenn zwei Jahre in Folge weniger als 18 i-Dötzchen angemeldet werden. Das droht nach Zahlen des Einwohnermeldeamtes 2016/17 (14 Kinder) und 2017/18 (13 Kinder).

Für die Schärfe der Wortwahl hat sich die CDU im Ausschuss entschuldigt. Am Schwimmbad Hambach aber will sie trotzdem festhalten. „Das ist nur eine Frage des Wollens“, brach die Fraktionsvorsitzende Gaby Schmitz-Esser eine Lanze für die vielen erwachsenen und jugendlichen Nutzer aus Reihen der VHS und der DLRG. Eine Antwort auf die Frage, woher das Geld für die Sanierung kommen soll, blieb die CDU indes schuldig. Eine Kreditaufnahme lehnt Bürgermeister Heuser ab.

„Wir sollten im Interesse unserer Kinder nicht mehr ausgeben als wir einnehmen.“ Er präsentierte im Ausschuss eine Beispielrechnung für die im Haushalt nicht vorgesehene Sanierung: Schon ein Volumen von 200.000 Euro würde bedeuten, dass die Grundsteuer B um 43 Prozentpunkte erhöht werden müsste. Jeder Besitzer eines Einfamilienhauses in der Gemeinde müsste demnach für den Erhalt des Beckens zwischen 48 und 75 Euro aufbringen.

Eine Entscheidung, ob sich die Gemeinde weiter ein zweites Lernschwimmbecken vor allem für Jugendliche und Erwachsene leisten will, wurde erneut vertagt. Nachdem bereits die ersten vorgelegten Berechnungen der Verwaltung von der CDU als überzogen kritisiert worden waren, sich bei der externen Überprüfung durch eine Architektin aber als zu niedrig kalkuliert erwiesen haben, soll nun noch ein Gutachten zur Schwimmbachtechnik und Statik eingeholt werden: Kosten: rund 8000 Euro.

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