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Schwimmabzeichen: Mit Disziplin und Spaß zum gesteckten Ziel

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DLRG
Stolz auf das Erreichten könen die Jugendlichen sein, die mit der DLRG die Prüfung für das Schwimmabzeichen geschafft haben.

Sie fallen auf, die acht Jungs, die zielstrebig und gekonnt ihre Runden durchs Wasser ziehen. Alle sehr diszipliniert und begeistert. Jeder lässt dem anderen seinen Raum und trotzdem versuchen sie alle so schnell wie möglich, mit regelmäßigen Zügen, ihr Ziel zu erreichen. Nämlich die Strecke zu schwimmen, die für ein Schwimmabzeichen nötig ist.

Doch es ist nicht nur ihre Begeisterung und Zielstrebigkeit, die auffällt. Es ist auch ihr Gruppenzusammenhalt und ihr südländisches Temperament, wie Schwimmtrainer Helmut Daners und seine Kollegin Ingrid Mösch von der Ortsgruppe Düren der deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) so nebenbei erwähnen.

Denn die 14 bis 17 Jahre alten Jungs stammen aus der internationalen Klasse der Hauptschule Birkesdorf, wo sie seit der Flucht ihrer Familien aus Syrien, Somalia und dem Irak dem Unterricht folgen. Sie sind seit mindestens einem Jahr in Deutschland und sprechen bereits alle sehr gut deutsch. Nur mit dem Schwimmen hatten sie Schwierigkeiten.

Bewusst geworden war es ihnen im letzten Jahr, als ihnen nach einem heißen Sommertag am Dürener Badesee klar wurde, dass sie eigentlich Angst vor tiefem Wasser hatten. Keinerlei Schwimmkenntnisse vorhanden waren und sie die anderen Jugendlichen beneideten, die keinen Unterschied machen mussten zwischen Flachwasser und einem schnellen Kraulspurt zum Sprungbrett, dass natürlich im Tiefwasserbereich verankert war.

Die Idee, einen Schwimmkurs für die Jugendlichen zu organisieren kam Herrn Stefan Schnee, Schulsozialarbeiter und verantwortlich für 8 Schulen im Sozialraum Düren-Nordwest. Er sprach die DLRG Ortsgruppe Düren an und vereinbarte die Durchführung eines Blockkurses. Er begleitete die Jungs auch beim ersten Mal ins Hallenbad Jesuitenhof, wo sie anfangs etwas ängstlich das große Becken mieden und sich die Grundlagen der Schwimm- und Atemtechnik lieber erst im ganz flachen Wasser erklären ließen. Aber je besser sie schwimmen lernten, desto selbstbewusster und lockerer wurden sie und desto weniger gefährlich erschien ihnen das große Becken.

Herr Schnee war auch wieder dabei, als sie am letzten Kurstag begeistert ihre letzten Runden durch das große Becken zogen und sie anschließend im Gruppenraum von Stefan Hünerbein, dem Ausbildungsleiter der DLRG Ortsgruppe Düren, ihre Schwimmausweise überreicht bekamen. Herr Hünerbein betonte, dass alle Teilnehmer sehr zielorientiert und pflichtbewusst waren und keine Schwimmstunde ausgelassen hatten. Selbst mit eingegipstem Arm erschien einer der Freunde an diesem besonderen letzten Tag, um gemeinsam mit der ganzen Gruppe seinen Ausweis zu erhalten.

Herr Hünerbein lud die nun erfolgreichen Schwimmer ein, sich auch in Zukunft schwimmerisch zu verbessern, sich je nach Bedarf einzeln in einen Folgekurs zu integrieren sowie sich vielleicht auch ein Rettungsschwimmabzeichen zum Ziel zu nehmen. Denn auch die meisten Wachgänger der DLRG am Dürener Badesee haben sich aus den Schwimmanfängerkursen entwickelt.

Die weitere Kooperation der DLRG mit Herrn Schnee und der Hauptschule Düren ist bereits vorprogrammiert. 10 Mädchen aus der internationalen Klasse haben sich ebenfalls für einen Schwimmkurs motivieren lassen und warten sehnsüchtig auf den Beginn der nächsten Kurse. Die Kursgebühren versucht Herr Schnee erneut zu zwei Drittel aus seinem Sozialbudget zu sponsern. Ein Drittel haben die Flüchtlingsfamilien sogar bisher selbst aufgebracht.

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