Schwere Vorwürfe: Ex-Ehemann muss sich vor Gericht verantworten

Von: mv
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Düren. Gut ein Jahr ist es jetzt her, da geriet ein Dürener (39) mit dem neuen Partner seiner Ex-Frau in einen handgreiflichen Streit. Man habe aneinander gezerrt, ein Schlag sei auf den nächsten gefolgt und „ein fürchterlicher Kampf“ habe sich entwickelt. So stellte am Dienstag im Amtsgericht der angeklagte Ex-Ehemann die Sache dar.

An jenem Tag musste sein Opfer im Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Unterwegs erlitt der Mann noch einen Herzinfarkt. Dem Angeklagten warf die Staatsanwältin vor, er habe noch zehn bis 15 mal zugeschlagen, als der Kontrahent schon schwer blutend und bewegungslos am Boden lag.

Ungewöhnlich lang dauerte am Dienstag die Befragung des Angeklagten. Der legte ein Geständnis ab und schonte sich selbst dabei in keiner Weise. Das beeindruckte Richter Dr. Stephan Ebeling.

Der Angeklagte leidet seit Jahren an Depressionen, Panik- und Angstzuständen. Er muss Medikamente einnehmen, die sehr unangenehme Nebenwirkungen haben, und er verbrachte schon früher freiwillig mehrere Wochen in der Psychiatrie. Nach der Scheidung und der damit verbundenen Trennung von der kleinen Tochter sei sein Leben vollends aus den Fugen geraten, sagte er.

Am Tag der Tat hatte er angeblich auch noch Streit mit seiner neuen Freundin, die sich trennen wollte. Man stritt sich über den Umgang mit der Tochter, gab der Angeklagte an. Als Vater, als geschiedener Ehemann und als Freund habe er sich von allen Seiten unter Druck gesetzt gefühlt und auch noch vergessen, seine Medikamente zu nehmen. Tatsächlich wurde bei einer Blutuntersuchung nichts gefunden.

Als er dann auf den neuen Partner der Ex-Frau stieß und der ihn angeblich einen schlechten Vater nannte, war wohl alles zu spät. Hemmungslos habe er nur noch zugeschlagen, gestand der Mann. Das Gericht will zum Thema Medikamente und was ihr Fehlen bewirkt, einen Sachverständigen befragen. Deshalb wird der Fall im neuen Jahr neu aufgerollt.

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