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Schulsozialarbeit: Jugendlichen neue Perspektive geben

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Dagmar Rütgers ist als Schulsozialarbeiterin für den Bereich „Mitte Nord“ in Düren zuständig. Sie betreut auch drei Gymnasien.

Düren. „Es ist mir ein Anliegen, Jugendlichen eine Orientierung zu geben, ohne etwas zu fordern. Ihnen Perspektiven zu geben.“ Dagmar Rütgers (48) ist eine von fünf Schulsozialarbeitern in Düren. Sie ist zuständig für den Bereich „Mitte Nord“ und damit für zwei Realschulen, drei Grundschulen und drei Gymnasien.

Aber welche Aufgabe hat eine Schulsozialarbeiterin überhaupt? Und wie unterscheidet sich die Arbeit an Gymnasien von der an anderen Schulformen? „Es ist nicht so“, sagt Peter Junker, beim Jugendamt der Stadt Düren unter anderem zuständig für die Schulsozialarbeiter, „dass an Gymnasien keine Sozialarbeiter gebraucht werden. Im Gegenteil: Auch hier ist es wichtig, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben, der neutral und verschwiegen ist. Also nicht zur Schule und nicht zum Elternhaus gehört.“

Diplom-Sozialarbeiterin Dagmar Rütgers, die erst am 2. Januar, ihren Dienst in Düren angetreten hat und vorher elf Jahre lang eine offene Jugendeinrichtung geleitet hat, hat beobachtet, dass an den Gymnasien hauptsächlich Einzelberatung gefragt sei. „Besonders Mobbing und auch Cyber-Mobbing über soziale Netzwerke ist hier ein großes Thema.“ Peter Junker ergänzt: „Am Gymnasium geht es bei der Arbeit der Schulsozialarbeiter eher um Dinge im schulischen Bereich, um das Miteinander. An Hauptschulen spielt häufig auch Familiäres eine Rolle. Zum Beispiel, weil die Kinder eben doch nicht selten aus sozial schwachen Familien kommen.“

Wenn ein Mobbing-Opfer sich an Dagmar Rütgers wendet, versucht sie immer, die Situation aufzulösen, mit Tätern und Opfern zu sprechen. „Aber wirklich nur dann, wenn die das auch wirklich wollen. Das hat für mich oberste Priorität. Ich leite nur Schritte ein, die mit den Ratsuchenden abgesprochen sind. Es sei denn, das Kindeswohl ist in Gefahr.“ Grundsätzlich sei es wichtig, dass Betroffene möglichst früh zu ihr kommen würden. „Ich werde niemanden wegschicken“, sagt Dagmar Rütgers. „Und möchte versuchen, den Jugendlichen das Gefühl zu geben, sie wirklich ernst zu nehmen.“

Dagmar Rütgers bietet an den Schulen, an denen sie arbeitet, feste Sprechstunden an, darüber hinaus bietet sie aber auch Arbeitsgemeinschaften an oder hilft Schülern, die einen Förderantrag an das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung stellen wollen. Das Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen, zum Beispiel bei Ausflügen und Ferienfreizeiten. Überdies kann es finanzielle Unterstützung bei Sport- und Musikangeboten oder Nachhilfe geben.

„Ich hoffe“, sagt Dagmar Rütgers, „dass ich den Jugendlichen ein Stück weit auch ein bisschen Freiraum geben kann. Denn der fehlt gerade auch den Gymnasiasten.“ Durch den früheren Wechsel in die Oberstufe, so Rütgers weiter, ginge ein Stück soziales Netzwerk verloren. „Die Lehrer wechseln, der Klassenverband löst sich auf, die Freunde haben plötzlich andere Kurse als man selbst. Das konnten die Jugendlichen früher einfach besser abfangen, weil der Lerndruck nicht so hoch war. Da haben sich auch manche Dinge wie Streitereien untereinander selbst reguliert. Und genau das klappt heute nicht mehr so gut.“

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