Schulleiter in Sorge: Bald viel weniger Klassenfahrten?

Von: Margret Vallot
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Bildnummer: 59002890 Datum: 26.12.2012 Copyright: imago/CHROMORANGE France, Paris, Eiffel Tower France, Paris, Eiffel Tower PUBLICATIONxINxGERxSUIxONLY kbdig 2012 hoch architektur architektonisch blauer himmel tag draussen ausserhalb außen außerhalb Eiffelturm Tour eisen metall metalle Europa europäisch europaeisch Frankreich französich franzoesisch hauptstadt hauptstädte hauptstaedte menschen leute person personen material materiale Paris ile-de-france iledefrance park reise reisen tageslicht wahrzeichen sehenswürdigkeiten sehenswuerdigkeiten 59002890 Date 26 12 2012 Copyright Imago France Paris Eiffel Tower France Paris Eiffel Tower Kbdig 2012 vertical Architecture architecturally Blue Heaven Day outside Outside exterior Outside Eiffel Tower Tour Iron Metal Metals Europe Euro Eisch Europe France French French Capital Capitals Capitals People People Person People Material Paris Ile de France Park travel Travel Daylight Landmark Sights Sights

Düren. Die Situation sei „schwierig“ und „komisch“, so antworten Dürener Schulleiter, wenn man sie zum Thema „Klassenfahrten“ befragt. Zwei Gerichtsurteile bewirken nämlich, dass Lehrer und Lehrerinnen die Kosten für die Fahrten mit ihren Schülern nicht mehr selber bezahlen dürfen. Sie müssen diese Ausgaben erstattet bekommen, wie das in der freien Wirtschaft bei Dienstreisen auch der Fall ist.

Eine kleine Umfrage der „DN“ in verschiedenen Schulen ergab, dass die Schulleiter davon ausgehen, dass es in Zukunft deutlich weniger Klassenfahrten geben wird. Im Wirteltor-Gymnasium hatte Schulleiter Wilhelm Gödde für die Kollegen 2012 genau 3166,27 Euro für alle Klassen- und Kursfahrten zur Verfügung. 47 Pädagogen gingen 2012 mit den Schülern auf mehr oder weniger große Fahrt. Die größte Reise sei immer die zum Ende der Schulzeit, sagt Gödde, da geht es schon mal für sechs Tage nach Schottland. Nur: 3166,27 Euro, damit kommen 47 Lehrer und Lehrerinnen nicht weit.

Für einen Referendar habe im Wirteltor-Gymnasium einmal der Förderverein einen Zuschuss zur Verfügung gestellt. Ansonsten seien andere Töpfe wie etwa „Geld statt Stellen“ zweckgebunden, dürften nicht für Reisekosten eingesetzt werden. Mit viel Glück spendiere ein Reisunternehmen auch schon mal eine Freifahrt.

Im Wirteltor-Gymnasium wie in den anderen Gymnasien werden zur Zeit keine neuen mehrtägigen Ausflüge mehr genehmigt. Betroffen sind übrigens auch die Realschulen. Sie unternehmen ebenfalls Touren nach Rom und Barcelona, was auf Nachfrage Schulleiter Heinz Hermann Eschen in der Realschule Wernerstraße bestätigte. In der Anne Frank Gesamtschule hat Schulleiter Johannes Stollenwerk für alle Lehrer und ihre Fahrten im Jahr etwa 2000 Euro zur Verfügung. Alle Fahrten „haben wir bisher immer selbst bezahlt“, so Stollenwerk. Und: Er werde vorläufig keine Tour mehr genehmigen, die nicht durch den Etat von 2000 Euro abgesichert sei. Nur die bereits 2012 genehmigten Reisen für 2013 könnten noch stattfinden.

Die Schulleiter meinten übereinstimmend, die Summen aus anderen Haushaltstöpfen seien zweckgebunden, könnten nicht einfach für Fahrten ausgegeben werden.

Nach Paris, Rom, Paris, Wien, nach Griechenland und Polen führten in den vergangenen Jahren die Abschlussreisen am Gymnasium in Vossenack. Dort haben die Lehrer „immer einen guten Teil der Reisekosten ersetzt bekommen“, sagt Pater Peter Schorr. Auch ihm ist noch nicht klar, wie es weitergehen soll und „ob wir als Privatschule überhaupt betroffen sind“.

Im Rurtal-Gymnasium kommt Schulleiter Franz Holtz auf 4700 Euro, die 2012 an Lehrer für Reisen ausgezahlt wurden. „Wenn jetzt jemand käme, um sich von mit eine Reise genehmigen zu lassen: das müsste ich ablehnen“, sagt Holtz klipp und klar. Er hat zuletzt mit Oberstufenschülern eine Reise nach Prag zu einer Austauschschule unternommen, „und alles selbst getragen“. Er habe nicht mal einen Antrag gestellt. Holtz vermutet, dass Fahrten „einfach nicht mehr als pädagogisch hochwertig angesehen werden“. Dabei seien sie dies zweifellos, so der Pädagoge.

In Kreuzau im Gymnasium steht Schulleiter Wolfgang Röther, der nur 1400 Euro für Klassenfahrten zur Verfügung hat, vor einem zusätzlichen Pro-blem: Reisen werden immer knapp ein Jahr im Voraus geplant und gebucht, „und das Geld reicht nicht mal aus für die 2012 für 2013 schon von mir genehmigten Reisen“.

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