Schulgebäude mit Fleiß, Ausdauer und viel Liebe nachgebaut

Von: Sandra Kinkel
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Joseph Winthagen (links) hat die alten Schulgebäude des Stiftischen Gymnasiums nachgebaut. Schulleiter Jürgen Pfaff, sein Stellvertreter Jens Hildebrand und Geschichtslehrer Dr. Achim Jaeger (von rechts) sind von den Arbeiten des 81-Jährigen sehr begeistert. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Das Stiftische Gymnasium blickt auf eine bewegte und vor allen Dingen lange Geschichte zurück. Schon im 16. oder sogar 15. Jahrhundert soll es in der Stadt eine Lateinschule gegeben haben. 1636 ging die Schule in den Besitz der Jesuiten über und wurde zu einem Gymnasium. Klar, dass in so vielen Jahren die Schule auch immer in verschiedenen Gebäuden untergebracht war.

Joseph Winthagen (81 Jahre), detailverliebter Bastler aus Rölsdorf, hat jetzt Modelle der alten Lateinschule, des Kapuzinerklosters aus dem Jahr 1827 und des Schulgebäudes an der Zehnthofstraße von 1891 nachgebaut. Alle Modelle sind in einer Vitrine im Foyer der Schule ausgestellt.

Joseph Winthagen will das Düren vor dem Krieg zeigen. Seine bekannteste Arbeit nimmt viel Raum ein im Stadtmuseum und zeigt den Kern der Stadt nach dem berühmten Plan von Wenzel Hollar aus dem Jahr 1634. Akribisch hat der Pensionär alles nachgebaut – und das Wörtchen alles ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Alle 763 Gebäude, die damals noch von der Stadtmauer mit ihren Toren und Wehrtürmen umgeben waren, sind exakt nachgebildet.

Mit dem Stiftischen Gymnasium, genauer gesagt Geschichtslehrer Dr. Achim Jaeger und der „Stadtmauer-AG“ der Schule verbindet Winthagen eine lange Freundschaft. Regelmäßig besucht er die Schüler in der Schule, oder die Kinder und Jugendlichen kommen zu ihm in die Werkstatt. „So ein Modell“, sagt Joseph Winthagen, „ist ein Stück Geschichte zum Anfassen. Weil die Schüler sich die Gebäude dann viel besser vorstellen können.“ Das, so Winthagen, würde er immer wieder hören. „Wenn Leute im Stadtmuseum mein großes Modell sehen, sind sie immer absolut begeistert. Viele Menschen können einfach nicht so gut einen Plan lesen.“

Wie viele Stunden Joseph Winthagen für die Modelle der verschiedenen Schulgebäude des Stiftischen Gymnasiums gebraucht hat, kann er nicht genau sagen. Aber es kommt dem Mann auf eine absolute Detailgenauigkeit an. „Oft habe ich von den Gebäuden, die ich nachbaue, nur Postkarten und keine Pläne. Dann muss ich mir erst einmal genau ausrechnen, wie groß alles sein muss.“ Jede Dachziegel, jedes Fenster, jeden Klinker baut Winthagen selbst. „Ein Fenster aus dem Schulgebäude von der Zehnthofstraße besteht allein aus sieben Teilen. Es ist wirklich viel Arbeit.“ Jürgen Pfaff, Schulleiter des Stiftischen Gymnasiums, zeigte sich von der enormen „Fleißarbeit“ Joseph Winthagens absolut begeistert. „Das sind echte Schmuckstücke, die wir jetzt in der Schule zeigen können.“

Übrigens arbeitet Joseph Winthagen schon wieder an seinem nächsten Projekt. „Ich habe mir die Oberstraße vorgenommen“, so der Senior. „Und das wird auch wieder ein sehr großes Projekt. Weil es hier im Laufe der Jahre jede Menge Umbauten gegeben hat. Aber ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

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