Düren - Schuld an allem ist die Wolke

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Schuld an allem ist die Wolke

Von: Margret Vallot
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Früchte und Gemüse satt, nur die Mangos sind noch von Freitag: Andrea Grüsgen gestern auf dem Dürener Markt. Foto: Margret Vallot

Düren. Vom Großunternehmen bis zum Blumenhändler: In Düren waren am Dienstag die Auswirkungen des Flugverbots zu spüren. Der riesige Aschehaufen vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull, der sich seit Donnerstag vergangener Woche über halb Europa verteilt hat, entwickelt sich zur echten Herausforderung.

Wahre Irrfahrten haben wegen der Aschewolke etliche leitende Mitarbeiter verschiedener Dürener Firmen hinter sich. Den Vogel abgeschossen hat das Unternehmen Heimbach. Dort gab es vorige Woche ein Geschäftsführer-Treffen, nach dessen Ende am vergangenen Freitag alles heimwärts, also nach Schweden, Irland, England, Spanien und China strebte. Doch daraus wurde bis Dienstag nichts.

Heimbach-Geschäftsführer Klaus Huneke wusste zu berichten, dass mehrere Kollegen „jetzt noch in Brüssel festsitzen”. Von dort habe sich einer von ihnen schließlich per Zug auf den Weg zum Airport nach Zürich aufgemacht, „aber auch Zürich war zu”. Von Zürich sei der Kollege - wieder mit dem Zug - nach Paris gefahren. „Aber dort wurde gestreikt.” Schließlich habe er sich mit vier anderen Herrschaften ein Auto gemietet und sei nach Madrid gefahren.

In Düren geblieben seien vorerst die chinesischen Kollegen. Es gebe auch Mitarbeiter, die wichtige Termine in Manchester einhalten mussten, andere mussten dringend von Manchester nach Düren. „Die sind dann jeweils bis zur Kanalküste gefahren, haben die Fähre genommen, die Autos getauscht und sind jeweils mit dem anderen Auto nach Düren und Manchester...”

Produktion und Versand sind bei Heimbach nicht betroffen. Das gilt auch für die GKD Kufferath AG. Aber: Mehrere Kufferath-Mitarbeiter seien dienstlich in China, den USA und Südafrika gestrandet und könnten nicht zurück. Außerdem gebe es etliche Urlauber, „die auf Mallorca festsitzen”. Dr. Stephan Kufferath-Kassner ist zuversichtlich, „das kriegen wir alles geregelt”. Nur was die Produkt-Lieferungen betrifft, habe es bei Kunden im Ausland schon Maschinenstillstände gegeben - weil ganze Lieferungen oder Ersatzteile nicht zugestellt werden konnten.

Aus Dürener Reisebüros war zu hören, dass sie sich derzeit kaum retten können vor Anrufen. Und zwar einerseits von denen, die nach Hause kommen wollen und im Ausland den Reiseveranstalter nicht erreichen und andererseits von Kunden, die weg möchten.

Für die Post teilte Dieter Pietrup mit, internationale Post werde nach Südeuropa geflogen und von dort per Lkw nach Deutschland gebracht. „Düren könnten die Express- und Paketsendungen einen Tag später als normal erreichen.”

Auf dem Dürener Markt waren am Dienstag die Kisten der Obst und Gemüsehändler noch übervoll. Exotische Früchte wie Melonen, Papaya, Mango und Ananas „haben wir auf dem Kölner Großmarkt aber nicht mehr bekommen”. Noch reichen Andrea Grüsgen die Früchte, die sie letzten Freitag besorgen konnte.

In den Blumenläden werden ebenfalls „die Exoten” vermisst. Bei „Florist am Markt”, bei „Floristik Hüffelmann” und im holländischen Blumengeschäft werden langsam die Blüten, die aus Kenia kommen, knapp. Bananen, Heliconia, Ginger und Schleierkraut sind betroffen.
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