Schützenköniginnen zwischen Tradition und Moderne

Von: kin
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Düren-Gürzenich. In Gürzenich haben drei Frauen das Sagen. Zumindest bei der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft. Hier tragen nämlich Ruth Lorek (41), Julia Neudorf (16) und Natalie Lorek (15) das Königssilber. Oder besser das Königinnensilber: Ruth Lorek ist Königin, Julia Prinzessin und Natalie Schülerprinzessin.

Die Gürzenicher St.-Hubertus-Schützenbruderschaft wurde 1343 gegründet und gilt als eine der ältesten Schützenbruderschaften im Kreis Düren überhaupt. Traditionen werden hier groß geschrieben, Frauen dürfen erst seit Anfang der 90er Jahre Mitglied werden. „In erster Linie ging es damals um Gleichberechtigung”, sagt Schützenmeister Martin Lorek (45). „Die Frauen wollten einfach Ämter übernehmen.” So wie Ruth Lorek, die als eine der Schießleiter der Bruderschaft unter anderem die Schießübungen überwacht. „Seitdem Frauen Mitglied werden dürfen”, sagt Ruth Lorek, „kommt der Familiengedanke aber wieder mehr hoch. Weil die Frauen eben nicht ausgeschlossen sind.”

125 Mitglieder haben die Schützen in Gürzenich, etwa ein Fünftel sind Frauen. „Mir gefällt die Gemeinsamkeit im Verein”, sagt Ruth Lorek. „Und dass die Traditionen aufrecht erhalten werden. Wir haben Mitglieder von fünf bis 90 Jahre, da wird der Begriff ?Schützenhilfe wirklich noch gelebt.” Die beiden „Nachwuchs-Majestäten” reizt eher der Schießsport. „Es macht einfach Spaß”, sagt Natalie, sich beim Schießen zu konzentrieren.”

Die Jugendabteilung der Hubertus-Schützen ist mit derzeit vier Mitgliedern überschaubar, daran wollen die Gürzenicher aber arbeiten. Auch feiern die Hubertus-Schützen im Augenblick kein Schützenfest, weil es von der Bevölkerung nicht angenommen wird. „Da spürt man die Verstädterung von Gürzenich”, sagt Ruth Lorek. „Das Schützenfest war ein zu großes Minusgeschäft.” Ruth und Martin Lorek glauben darüber hinaus, dass das Schützenwesen immer noch unter den Amokläufen leidet, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat.

Martin Lorek: „Das hat unser Hobby wirklich in Misskredit gebracht. Dagegen müssen wir angehen. Zum Beispiel mit unserem Sommerfest.” Dass das Schützenwesen insgesamt zu antiquiert ist, glauben die Loreks aus Gürzenich nicht. Und auch nicht, dass die jüngsten Diskussionen um homosexuelle Schützenkönige den Bruderschaften geschadet haben. „Wir hatten diese Diskussion noch nicht”, sagt Martin Lorek. „Aber ich bin da eigentlich ganz offen.” Die drei Majestätinnen freuen sich jetzt erst einmal auf ihr Königinnen-Jahr. Denn auch ohne eigenes Schützenfest gibt es natürlich diverse Auftritte bei befreundeten Bruderschaften zu absolvieren. Übrigens mit ganz neuer Uniform: Denn weil den Schützinnen die Röcke der Männer nicht mehr gefielen, haben sie eigene Uniformen entworfen und genäht: mit bunten, karierten Röcken und Westen.

Am Samstag, 25. August, laden die Hubertus-Schützen aus Gürzenich zu lustigen „Sommer-Kinder-Jugend-Spielen” ans Toni-Robens-Schüzenheim am Sportzentrum Papiermühle ein.

Ab 11. 30 Uhr gibt es unter anderem eine Schlüsselralley, römisches Wagenrennen und Tauziehen. Wer mitmachen möchte, kann sich per Email an ruth.lorek@web.de anmelden.

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