Schüler aus Gradacac überrascht: Es gibt viele Bestimmungen in Düren

Von: Margret Vallot
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Düren. Sie würden gern länger bleiben, so gut gefällt es ihnen in Düren. Und aufgefallen ist ihnen auch etwas: „Es gibt hier so viele Bestimmungen, an die man sich halten muss.” Das sagte am Sonntag im Rathaus einer der zehn Schüler und Schülerinnen, die aus Gradacac nach Düren gekommen sind.

Wenn junge Leute grenzüberschreitend aktiv werden, wird es spannend. Meist akzeptiert man sich spontan, obwohl fremde Meinungen und Lebensgewohnheiten aufeinander prallen. Im Wirteltor-Gymnasium sind seit Sonntag Mädchen und Jungen aus Dürens Partnerstadt zu Gast.

Sie kommen aus einem Land, in dem noch vor wenigen Jahren der Krieg das Leben bestimmte. Und sie wollen in Düren sehen, wie eine einst völlig zerstörte Stadt wiederaufgebaut wurde. Weil in Gradacac drei Religionen vertreten sind, interessieren sie sich auch für die Frage, wie hierzulande Moslems und Christen zusammenleben.

Im April haben schon Dürener Jugendliche der Partnerstadt einen Besuch abgestattet. Sie waren bei Familien untergebracht und sind auf große Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft gestoßen. Inzwischen hat man sich fleißig Mails geschrieben und wochenlang immer samstags gearbeitet, um den Gästen aus Bosnien etwas bieten zu können. Die Städte Köln, Aachen und das Phantasialand haben die 16-Jährigen besichtigt und sind begeistert. Deutsch lernen sie in ihrer Heimat als zweite Fremdsprache, Haris Zahirovic, Lehrer am Wirteltor-Gymnasium, ist gebürtiger Bosnier und übersetzt.

Bürgermeister Paul Larue hieß die jungen Leute - 10 aus Gradacac und 14 aus Düren - am Sonntag im Rathaus willkommen und forderte alle auf, Fragen zu stellen und Eindrücke zu schildern. Warum, so wollte ein Mädchen aus Düren wissen, habe die Stadt Düren den Austausch finanziell nicht unterstützt, „wo doch Gradacac, das viel ärmer ist, uns alles bezahlt hat?”

Larue, der in seiner Ansprache gerade betont hatte, wie wichtig ein Austausch von West nach Ost und umgekehrt mit Blick auf ein gemeinsames Europa sei, musste mit Bedauern die „Bestimmungen” zitieren. Genau die untersagen der Stadt im Moment gewisse Ausgaben. „Wir sind in dem Bereich nicht frei beim Geldausgeben”, sagte Larue.

Vom Rathaus aus ging es am Sonntag ins Papiermuseum und dann in die Moschee an der Veldener Straße, wo alle zum Essen eingeladen waren.
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