Schrift und Bild in einem expressiven Dialog

Von: Dietmar Engels
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Museumsdirektorin Dr. Renate G
Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann ist mit der Ausstellung „I hate Paul Klee” etwas ganz Besonderes gelungen. Foto: Dietmar Engels

Düren. Wer die neue Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum in allen Einzelheiten genießen will, der braucht Zeit. Bis zum 20 November sind dort rund 600 (!) Papierarbeiten und etwa 100 Künstlerbücher aus der Sammlung Speck zu sehen.

Für Kunst- und Bücherliebhaber gleichermaßen lohnt sich der Besuch. Reiner Speck, ein in Köln praktizierender Mediziner, ist ein besessener Sammler. Schier unglaublich, was er seit den 1960er Jahren von Künstlern der internationalen Moderne und Gegenwart zusammen getragen hat.

Und was jetzt in Düren zu sehen ist, das ist nur ein Ausschnitt aus der gigantischen Sammlung - ein sehr bedeutender Ausschnitt freilich. Für die Ausstellung „I hate Paul Klee” (Ich hasse Paul Klee) wurden alle Präsentationsräume komplett ausgeräumt und mit Arbeiten bestückt, die das wechselseitige Verhältnis von Schrift und Bild auf eine höchst eindrucksvolle Weise beleuchten.

Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat aus einer Arbeit von Walter de Maria. Es charakterisiert jene Zeit, als in den 1960er Jahren eine neue Künstlergeneration antrat, die konzeptuell an Schriftsteller wie Stéphane Mallarmé und Marcel Proust anknüpft. Die beiden Autoren sind für die Sammlung Speck von zentraler Bedeutung. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Vertreter der Minimal, Concept und Land Art. Breiten Raum nehmen Zeichnungen, Collagen und Aquarelle von Marcel Broodt- haers, James Lee Byars, Walter de Maria, Martin Kippenberger, Pierre Klossowski, Jannis Kounellis, Albert Oehlen oder Sigmar Polke ein. In den Zusammenhang mit Künstlerbüchern gestellt, erweisen sie sich als wesentliche Referenz zum Kunstwerke beziehungsweise zu dessen Konzeption.

Sowohl die Papierarbeiten als such die Künstlerbücher kommen außergewöhnlich vielfältig daher. Es macht Spaß, gegenseitige Bezüge zu entdecken und dem künstlerischen Wollen und den Gedankengängen des Urhebers auf den Grund zu gehen. Oft genug gerät man bei eingehender Betrachtung ins Schmunzeln oder Lachen. Andere Werke sind tiefsinnig-ernst oder aufklärerisch-kritisch. Wie die Sammlung Speck in ihrer Gänze, offenbart auch die Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum jeder und jedem , die und der sich darauf einlässt, eine verzweigte Verweis- und Bezugsstruktur.

Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann nannte Reiner Speck bei einer Vorbesichtigung „einen Sammler, der selbst wie ein Kunstwerk behandelt werden müsste”.

Der Sammler kommt zum „Museumsdialog”

Eröffnet wird die Ausstellung „I hate Paul Klee” am morgigen Sonntag um 12 Uhr. Der Sammler Professor Dr. Reiner Speck selbst hält die Einführungsrede. Auch sprechen Bürgermeister Paul Larue als Vorsitzender des Museumsvereins und Dr. Renate Goldmann, Direktorin der Dürener Museen. Um 13 und um 15 Uhr finden Führungen statt.

Die Ausstellung dauert bis zum 20. November. Geöffnet ist das Leopold-Hoesch-Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (donnerstags bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro, ermäßigt drei Euro.

Reiner Speck stellt sich am Donnerstag, 10. November, ab 19 Uhr in einem „Museumsdialog” den Fragen von Besucherinnen und Besuchern.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog.

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