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Schräge Sprüche und tolle Musik

Von: Annelise Lauscher
Letzte Aktualisierung:
helge schneider
Helge Schneider, wie man ihn kennt: ziemlich verrückt, gut gelaunt, spontan, mit schrägen Sprüchen und toller Musik.

Düren. Helge Schneider, wie man ihn kennt: ziemlich verrückt, gut gelaunt, spontan, mit schrägen Sprüchen und toller Musik. So trat er am Donnerstag in der Arena Kreis Düren vor vollem Haus auf.

Das ursprünglich für den 1. September 2011 bei den Burgfestspielen Nideggen geplante Gastspiel wurde nun in der Arena nachgeholt; die treuen Fans hatten ihre Karten aufbewahrt, und es waren noch viele hinzu gekommen, da hier das Platzangebot größer ist.

Da sah man leger gekleidete Jugendliche, viele in Jeans, Turnschuhen und T-Shirt, neben Herrschaften älteren Semesters. Helge Schneider fasziniert offensichtlich die Menschen zwischen siebzehn und siebzig.

Erstklassige Musik

Er kam rein auf die spartanisch ausstaffierte Bühne, setzte sich ans Piano, jazzte drauflos und stellte seine Mitstreiter vor: am Schlagzeug Willi Ketzer und am Kontrabass Ira Coleman. Dann schwafelte er über Frauen - früher meinte er, die könnte man nur in der Küche brauchen, doch mittlerweile ist er überzeugt, dass sie auch in der Toilette nützlich sind - über Schönheitsoperationen und die Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten, wobei er unaufhörlich hin und her wanderte. Es sah alles irgendwie zufällig aus. Doch ließ die Musik aufhorchen, die war erste Klasse und nicht zufällig.

Ein Sprachgenie

Helge ist ein Sprachgenie: Ein französisches Chanson, mit dem Timbre eines Troubadours vorgetragen, enthielt so sinnreiche Ausdrücke wie „le sucre de popo”, und die Menschen in der Halle prusteten los.

Er kann auch Chinesisch: Erst malträtiert er die Gitarre, dass man meint, er braucht Hilfe, und dann ertönt eine ganz hohe Kopfstimme mit chinesischem Singsang oder so ähnlich - ein Riesenspaß. Das ist es: „Uns macht es unheimlich Spaß, für Euch Musik zu machen”, erklärt Helge, „ich weiß gar nicht, ob ich so viel Spaß hätte, wenn ich da unten sitzen würde.” Ob er auf der Gitarre einen Country-Song klimpert, dem Cazou schräge Töne entlockt, wild und variationsreich aufs Xylophon eindrischt, ein Zwiegespräch mit den Bongos hält - man kann nur den Kopf schütteln über dieses kreative Musikgenie.

Hellauf begeistert lauschen die Fans seinen Albernheiten, den ausschweifenden Texten, die beispielsweise von Hundekot oder einem Scheintoten handeln und so dahergefaselt wirken, als würden sie ihm gerade erst einfallen. Dann lacht er plötzlich über sich selbst, und das Publikum tobt.

In der Pause sah man die Menschen lachen und über Helges unnachahmliche Art diskutieren. Viele Gäste waren aus der Eifel gekommen, darunter eine Gruppe Helge-Fans aus Schmidt. „Man lacht sich kaputt über seinen Quatsch und stellt immer wieder überrascht fest, wie gut die Musik ist. Ich finde ihn genial”, fasste einer zusammen.

Wahnsinnsnummer

Helge hat auch wieder den Udo (Lindenberg) getroffen, das Duett der beiden einzigartigen Stimmen ist allererste Sahne! Und mit Tyree Glenn jr. brachte er einen weltbekannten Tenor-Saxophonisten auf die Bühne, der mit ihm den „Telefonmann” zelebrierte - eine Wahnsinnsnummer. In „Misty”, einem verträumten Jazz-Titel (Helge übersetzte es für alle Fälle mit „unscharf, verschwommen”) bewies Tyree Glenn jr. seine Brillanz, ein Stück zum Schwärmen.

Der Teekoch Bodo darf noch einmal Tee bringen und Sergej Gleithmann rollt noch einmal die Gymnastikmatte aus, um seine unglaublich elastischen Verrenkungen zu zeigen, dann ist Schluss.
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