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Schluss mit der Jammerei

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Dieter Nuhr bot vergnügliche Stunden in der Arena. Foto: smb

Düren. Für alle, die es noch nicht wissen: Jetzt ist endlich Schluss mit Jammern! Zumindest Dieter Nuhr kann es nicht mehr hören. Der Deutsche und seine ewigen Klagen und Meckereien über Dinge, die eigentlich gar nicht so übel sind, wenn man einmal einen realistischen Blick auf den Rest der Welt wirft.

Und so kommentierte Dieter Nuhr zum Beispiel die Wahlverdrossenheit der Deutschen mit dem dezenten Hinweis, dass es mit China Länder gebe, in denen man ins Gefängnis komme, wenn man das Kreuz an der falschen Stelle macht, dass es in anderen Ländern lebensgefährlich sei, überhaupt wählen zu gehen und dass sich Länder wie Nordkorea dieses Prozedere deswegen ganz sparen. Und wo wir gerade bei der Meinungsfreiheit sind: „Der Herrendoppelsitzer beim Rodeln kann Putin nicht gefallen haben“, mutmaßte Nuhr.

Horst oder Paris?

Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, in der Welt von Dieter Nuhr sei alles perfekt. Ganz im Gegenteil: Das sind zum Beispiel die Regulierungswut der Behörden und die Hits von Mickie Krause, die im Verlauf der Show in der voll besetzten Arena immer wieder ihr Fett weg bekamen, und Gewinnspiele, bei denen zur Auswahl steht, ob die Hauptstadt von Frankreich a) Paris oder b) Horst heißt. Für solche Fälle rät Dieter Nuhr, die Erwartungen einfach hinunterzuschrauben, um am Ende nicht enttäuscht zu werden.

Ein paar platte Witze über die Bundeskanzlerin und einige Gags, die in die Kategorie „Sex sells“ fallen, gehören ebenso zum Programm wie Sprachwitz und Pointen, die den Zuhörer zum Nachdenken anregen. Nach der Pause hatte Nuhr ermunternde Worte für die Männer in der Arena parat: „Frauen leben zwar deutlich länger, aber in dieser Zeit stehen sie vor der Toilette Schlange.“

Auf die Schippe nahm Nuhr auch die Überwachungswut des amerikanischen Geheimdienstes. „Eigentlich tun mir die Spione leid, was die sich alles anhören müssen...“ Das Ganze könnte aber auch unheimlich praktisch sein, wenn man kurz die Worte „Anschlag und Dschihad“ erwähnt und dann dem netten Mann vom amerikanischen Geheimdienst den Rest des Gespräches mit der Mutter überlässt.

„Ich weiß über alles Bescheid und die Welt weiß alles über mich“, plauderte Nuhr mit Blick auf das Internet. Und dann ist da dieser große Internetbuchhandel, der „mir ständig Bücher vorschlägt, die mich sogar interessieren.“ Doch dafür hat Nuhr eine Abwehrstrategie entwickelt: „Ich bestelle jetzt immer zehn Bücher – und dann wissen die nicht, welches ich wirklich lese.“

Immobilien-Betrüger

Nuhr bemängelte den Leistungsdruck in der Gesellschaft, in der ein Kind ohne Abitur schon fast eine Katastrophe sei und Vierjährige Chinesisch-Vokabeln pauken müssten. Gleichzeitig nahm er die Menschen aufs Korn, die ihr Gehirn in Smartphones und Tabletts übertragen haben und bei leerem Akku auch anderweite Leere offenbaren. Und trotzdem: Kein Grund zum Jammern.

„Wir denken zu viel nach. Daher haben Vollidioten immer die bessere Laune.“ Auch den Klimawandel nimmt Nuhr locker: „Die können mir nicht sagen, wie das Wetter in zwei Wochen sein wird, und wollen auf den Zentimeter genau wissen, wie hoch der Meeresspiegel in zehn Jahren sein wird? Ich sage es Ihnen: Wer in Düren schon jetzt Immobilen mit Meerblick verkauft, ist ein Betrüger.“

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