Düren - Schloss Burgau: Entenfütterer ruinieren den Weiher

Schloss Burgau: Entenfütterer ruinieren den Weiher

Von: Margret Vallot
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Zeigt die Stelle am Burgauer Weiher, wo Tierfreunde regelmäßig Brot, Brötchen, Salat und andere Lebensmittel ins Wasser kippen: Rentner Helmut Kautzner. Foto: Margret Vallot

Düren. Helmut Kautzner ist ein rüstiger Rentner, der oft mit Hund Laura seine Runden dreht - vorzugsweise im Stadtwald und rund um Schloss Burgau. Und das schon seit Jahren. „Wunderschön” sei die Schlossanlage und der bestens gepflegte Wald, so kann sich der Rentner begeistern. Nur mit einem findet sich Helmut Kautzner nicht ab: Die Verschandelung des Schlossweihers.

Vorzugsweise an Tagen, an denen in Düren der Wochenmarkt stattfindet, „kommen Leute mit Plastiktüten voll Essensresten”. Nicht nur Salate und Kartoffeln, auch Weißbrot und Brötchen würden dann aufs Wasser geworfen. In falsch verstandene Tierliebe würden Enten, Gänse und ein einsamer Schwan gefüttert.

Als Mitglied des Alpenvereins kennt sich der Dürener mit Fauna und Flora aus. Er weiß, dass es eigentlich gar nicht nötig ist, die Tiere zu füttern. „Brot quillt im Magen auf und schadet den Tieren”, sagt er. Doch am schlimmsten sei, dass die Lebensmittel einerseits im Wasser vergammeln und der Qualität des Wassers schaden. Andererseits locken die Essensreste Ratten an. Zahlreiche schwarze Kästen wurden am Ufer des Weihers angebracht, sie enthalten Rattengift.

Rund um den Weiher herrscht Fütterungsverbot. Darauf angesprochen „werden die Fütterer sogar aggressiv”. Es sei erst kürzlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen, weiß Kautzner. Behörden seien eingeschaltet worden.

Das Füttern von Tieren mit Lebensmitteln nennt der Leiter des Dürener Ordnungsamtes, Karl-Heinz Adels, beim Namen: „Es ist eine Verschmutzung, die Leute entsorgen in dem Weiher ihren Abfall.” Im Ordnungsamt hat man sich schon vorgenommen, die Kontrollen an Schloss Burgau mit dem beginnenden Frühling auszudehnen und die unbelehrbaren Fütterer zu belangen.

„Grauenhaft” findet Stadtförster Rudolf Niehaus die Verschandelung des Weihers durch mitgebrachte Lebensmittel, die, so will er beoachtet habe, auch auf die Sitzbänke gelegt werden. Niehaus hat alles in Dutzenden Fotos festgehalten. Und er hat, um die Tierliebe in vernünftige Bahnen zu leiten, ein großes Vogelhaus errichten lassen und viele Gespräche geführt.

Das Vogelhaus werde allerdings nur im Winter am Weiher stehen. In Nähe des Burgauer Waldes sei ganzjähriges Füttern unangebracht. Der Burgauer Wald sei ja keine Plattensiedlung in Berlin. „Fachgerechtes Futter” hat der Stadtförster eigens hinterlegt, das könne sich jeder im Café von Schloss Burgau besorgen.
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