Schlittenhunde-Rennen: Das Training beginnt bei minus zehn Grad

Von: kin
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Foto: Sandra Kinkel
Michael Hess lebt mit seinen zwölf Huskies im Kreuzauer Ortsteil Bogheim. Wenn der Betriebswirt nach Hause kommt, wird er erst einmal herzlich von seinen Hunden begrüßt. Foto: Sandra Kinkel

Kreuzau. Wenn Michael Hess (43) von seinen Erfahrungen beim Hundeschlitten-Rennen im russischen Kelevala erzählt, spricht er immer von „wir”. Der Betriebswirt aus Bogheim versteht sich und seine zwölf „Sibirian Huskies” als feste Einheit, als Team.

„Das ist es ja auch, was für mich die Faszination an dieser Sportart ausmacht”, sagt Hess. „Die Zusammenarbeit mit meinen Hunden.” Durch Verwandte ist Michael Hess vor neun Jahren zum Schlittenhunde-Sport gekommen. Seine ersten beiden Tiere hat er sich aus dem Dürener Tierheim geholt, mittlerweile leben zwölf Huskies mit Michael Hess zusammen.

„Bei Temperaturen unter zehn Grad”, so Hess, „fange ich mit dem Training an. Das ist meistens Ende August, Anfang September der Fall, wenn es morgens frisch genug ist.” Dann ist der Vater einer fünfeinhalbjährigen Tochter mit seinen Hunden und einem Wagen rund um Bogheim unterwegs. Und zwar nach Möglichkeit drei bis fünf Mal pro Woche. „Das ist natürlich etwas anderes, als auf Schnee zu trainieren. Deswegen fahre ich manchmal auch zum Training nach Schweden.”

Hess hat sich auf Langstreckenrennen spezialisiert, in der vergangenen Saison hat er an fünf Wettkämpfen teilgenommen. Höhepunkt war das Etappenrennen in Kelevala in Russland. „Wir hatten im vergangenen Herbst aufgrund des Wetters nicht so viel trainiert. Wir hatten nur 1000 Trainingskilometer. Da schien mir dieses Rennen für meine Hunde am Schonendsten.” In Russland galt es sieben Tagesetappen zu absolvieren, am Ende wurden die einzelnen Zeiten addiert.

Michael Hess ist allein mit einem Transporter nach Russland gefahren, vor Ort hatte er Hilfe bei der Versorgung seiner Hunde. „Huskies gelten als sehr gute Kostverächter, aber während eines Rennes fressen sie natürlich mehr.” Die Tiere von Michael Hess bekommen Trockenfutter und Käse und Butter, weil sie viel Fett zu sich nehmen müssen. Bei einem Rennen kommt es dann besonders auf die Leithunde an.

„Leithunde müssen sehr motiviert sein und auch den Drang nach vorne haben. Und sie müssen es aushalten können, dass hinter ihnen noch viele andere Hunde herlaufen.” Klar, dass die Leithunde auch enorm „Kommando-sicher” sein müssen, Michael Hess hat keine Zügel, mit denen er die Tiere lenken kann. „Das geht nur über Zuruf.” Aus Russland wieder zurück in Deutschland wurden Michael Hess und seine Schlittenhunde vom Frühjahrseinbruch eingeholt.

Jetzt haben die Tiere, die immer zu dritt in einem großen Zwinger leben und den großen Garten von Michael Hess nach Herzenslust zum Toben nutzen dürfen, sich ihre Sommerpause verdient. Aber im Herbst geht das Training wieder weiter. Und Michael Hess hat noch so einige Rennen, an denen er gerne teilnehmen möchte. „Es gibt Langstreckenrennen in Skandinavien und in den französischen Alpen, die mich schon noch reizen würden.”
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