Schließung der Gereonschule: die Angst der Eltern

Von: Sarah Maria Berners
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Wie geht es weiter mit den Kindern, die noch die Gereonschule besuchen? Diese Frage bereitet den Eltern schlaflose Nächte. Foto: Berners

Boich. „Wir haben unsere Kinder ganz bewusst an die Gereonschule geschickt. Wo sollen sie hin, wenn diese Schule geschlossen wird?“, fragte Ralf Kertz, der Vorsitzende des Elternrates der Boicher Förderschule. Diese Frage bereitet vielen Eltern schlaflose Nächte. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder. Sie fürchten, dass ihre Kinder „aus dem System fallen“ und „vergessen werden“.

Außerdem sind die Eltern wütend. Wütend darüber, dass sie von der geplanten Schließung der Schule aus der Zeitung erfahren hätten und darüber, dass der Schulverband zwar konkrete Schließungspläne habe bisher aber kein konkretes Konzept für die schulische Zukunft ihrer Kinder vorgelegt hätte.

Deutlich wurde in der Debatte, dass die Eltern an eine funktionierende Inklusion (noch) nicht so recht glauben. „Mit den wenigen Stunden, die eine Förderlehrerin in der Klasse ist, ist es nicht getan“, bemängelte Ralf Kertz. Und eine Mutter schilderte: „Mein Kind hat es an mehreren Regelschulen versucht, aber es hat einfach nicht funktioniert.“

Ralf Kertz betonte darüber hinaus, dass den Förderschülern mit der Schließung der Schule auch wichtige Bezugspersonen, „die gerade für unsere Kinder, zum Beispiel für Autisten, sehr wichtig sind“, genommen würden. Lehrerin Tanja Müller unterstrich: „Zu uns kommen die Kinder, die nicht integriert beschult werden konnten. Auch für diese Kinder muss es eine Lösung in Südkreis geben.“

Wie Schulleiter Helmut Dahlmanns und die Eltern fürchtet sie, dass bisherige Schüler der Gereonschule künftig sehr lange Schulwege nach Düren in Kauf nehmen müssen, um weiterhin eine Förderschule besuchen zu können. „Die Stadt Düren hat frühzeitig begonnen, Konzepte zu erarbeiten“, sagte Dahlmanns. „Hier im Südkreis ist aber nichts passiert.“ Dabei hätte er der Kreuzauer Politik bereits ein Inklusionskonzept als Diskussionsgrundlage vorgestellt. „Es geht nicht um den Erhalt der Schule, aber wenn sie geschlossen wird, müssen wir einen Weg aufzeigen, wie es für die Kinder weiter geht“, forderte er.

Lösungen finden

Margit Göckemeyer und Guido Steg, Schuldezernent in Kreuzau, zeigten Verständnis für die Sorgen der Eltern, und übten auch Kritik an der Landespolitik, die die Inklusion zwar beschlossen habe, aber die Kommunen dann nicht ausreichend unterstütze. Auch den Kreis Düren sehen sie in der Pflicht.

„Ich weiß, dass die Inklusion mancher Kinder schwierig bis unmöglich ist. Wir werden mit dem Kreis Lösungen finden. Heute gibt es sie noch nicht“, sagte Guido Steg. Und Margit Göckemeyer betonte: „Hier ist immer sehr gute Arbeit geleistet worden und die Kinder waren hier sehr gut aufgehoben, aber darüber reden wir heute nicht. Diese Schule ist nicht mehr aufrechtzuerhalten.“

Das liege zum einen an der Landes-Gesetzgebung, die Schulen dieser Größe nicht mehr zulasse, und darüber hinaus auch an der Haushaltslage der Stadt. Aus Nideggener Sicht muss die Sache in 18 Monaten erledigt sein. Dann darf die Gereonschule nicht mehr im Haushalt auftauchen. Guido Steg erläuterte, dass auch ein Schulversuch, als mögliche Option für den Fortbestand einer Förderschule im Südkreis, nach Rücksprache mit dem Kreis Düren nicht möglich sei.

Vorbehaltlich eines Ratsbeschlusses in Kreuzau, wird die Gereonschule zum Schuljahr 2015/16 geschlossen. Ein Arbeitskreis soll in Absprache mit dem Kreis Düren und der Bezirksregierung ein Konzept für die Inklusion der Kinder aus dem Südkreis entwickeln.

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