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Schicksal der Nörvenicher Juden lässt Herbert Pelzer nicht ruhen

Von: Christoph Hahn
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Der jüdischen Geschichte von Nörvenich auf der Spur: Autor Herbert Pelzer (links) und der stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Nörvenich, Heinz-Arthur Bergrath, in den Vereinsräumen unter der Grundschule. Foto: Christoph Hahn

Nörvenich. Das Buch ist seit etwas mehr als an einem Jahr auf dem Markt – und dennoch lässt Herbert Pelzer vom Heimat- und Geschichtsverein Nörvenich die jüdische Seite der Ortsgeschichte nicht in Ruhe. Denn seitdem der Dürener Verlag Hahne & Schloemer sein Werk „Moritz, Martha und die Anderen – als das Neffeltal judenfrei wurde“ herausbrachte, haben sich für den Autor neue Wege und Kontakte aufgetan.

Unterstützt wird Pelzer dabei vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Heinz-Arthur Bergrath. Um den Beweggrund für seine Arbeit nach Feierabend macht Pelzer nicht viele Worte: „Das ist mir besonders wichtig, dass die Leute wieder ein Gesicht bekommen“, formuliert er mit Blick auf die Menschen, deren Lebensspuren sich irgendwo zwischen die Verschleppung in Sammellager wie Thuirs Mühle in Lendersdorf, der Flucht oder dem Abtransport in ein KZ verloren haben.

Da gibt es noch viele Details, die noch nicht zwischen Buchdeckeln festgehalten worden sind – und es vielleicht auch nie werden: „Dass wir viele neue Informationen bekommen, dass wir eine neue Auflage starten, kann man nicht erkennen“, sagt der Verfasser dazu zurückhaltend. Statt dessen denkt er an eine eventuelle Publikation in den Kreisheimatblättern. Aber immerhin: Es gibt neue Spuren, zum Beispiel von Josef Treu, der in Mexiko ein sicheres Land erreichte und dort in einer jüdischen Siedlung lebte: „Was ich über ihn weiß, weiß ich über den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes.

Auch auf einen Nachfahren der Hochkirchener Familie Philipp Schwarz ist Herbert Pelzer gestoßen. Der lebt in Großbritannien, pflegt die Verbindung nach Nörvenich per Mail und hat auf diesem Weg jüngst seinem Kontaktmann im Kreis Düren gegenüber bekannt: „Es sieht so aus, als ob Du mehr über meine Familie weißt als ich.“

Detektivisch vorgehen muss der Heimatforscher auf jeden Fall. So ergab sich unter anderem über Walter Hanf, der das Andenken an die jüdischen Bürger von Hellenthal im Schleidener Tal pflegt, eine mögliche Verbindung zu den Kindern von Josef Treu. Und eine andere Zeitzeugin hat Pelzer von einer nichtjüdischen Frau, die – mit einem Juden verheiratet – samt Kind in Thuirs Mühle. Dieses Kind, inzwischen eine 80-jährige Frau, hat der Amateurhistoriker mittlerweile in Geilenkirchen gefunden. Was sich daraus ergibt – die Zukunft wird es zeigen.

Das Buch „Moritz, Martha und die Anderen – als das Neffeltal judenfrei wurde“ kostet 14,90 Euro und ist im Dürener Verlag Hahne & Schloemer erschienen (ISBN 978-3-942513-04-3).

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